Bundesliga

Corona? Schneider nennt Finanzprobleme "selber verursacht"

Schalker setzen auf Klauseln mit Gehaltsverzicht

Corona? Schneider nennt Finanzprobleme "selber verursacht"

"Der Klub wurde ja zu keinem einzigen Vertrag gezwungen": Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider.

"Der Klub wurde ja zu keinem einzigen Vertrag gezwungen": Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider. imago images

Auch die Schalker Spieler hatten einem Gehaltverzicht nach Ausbruch der Pandemie zugestimmt - und würden das bei einem erneuten wieder tun. Dafür werden sogenannte "Corona-Klauseln" über einen automatischen Gehaltsverzicht in die Verträge eingebaut. "Das setzen wir genau so um. Das betrifft nicht nur Spieler der Profimannschaft, sondern auch der U 23 oder Mitarbeiter im Staff", erklärte Schneider im SID-Interview.

Bei der Verpflichtung von Neuzugängen wird sich Schalke zurückhalten müssen. In Zeiten des Sparkurses sei es "schwieriger, man muss noch genauer prüfen, an anderen Stellen suchen, aber es ist möglich. Es bringt nichts, im Traumland zu leben." S04 wird auch auf die namhaften Leihspieler setzen, auch wenn diese eigentlich auf Schalke schon mehr oder weniger ausgemustert waren. "Mark Uth hat eine großartige Rückrunde in Köln gespielt, Sebastian Rudy eine starke Saison in Hoffenheim, und Nabil Bentaleb kommt jetzt in der Premier League auch wieder regelmäßig zum Einsatz. Es kehren also richtig gute Fußballer zurück, die wir gut gebrauchen können."

Doch diese Spieler würden auch wieder die Gehaltskosten in die Höhe treiben. "Der Personalaufwand stellt in unseren Planzahlen die größte Position dar. Hier müssen wir darauf achten, unsere Aufwendungen wieder in ein ordentliches Verhältnis zu unseren Erträgen zu bringen", sagte Schneider.

Kabak, Serdar, Harit: "Dann muss man sich zusammensetzen"

Die Frage, ob sich Schalke von Leistungsträgern wie Ozan Kabak, Suat Serdar oder Amine Harit trennen müsse, beantwortete der 49-Jährige mit: "Müssen nicht." Schließlich sei man angehalten, sportlichen Erfolg zu erzielen. "Andererseits: Wenn sich ein Spieler schneller entwickelt als sein Verein und das Bedürfnis verspürt, woanders seine Karriere fortzusetzen, weil dort bessere sportliche und wirtschaftliche Voraussetzungen existieren, dann muss man sich zusammensetzen und die Situation besprechen."

Für die finanzielle Lage des Vereins macht Schneider nicht allein die Corona-Krise verantwortlich, der seit März 2019 angestellte Sportvorstand kritisierte auch die Entscheidungen der Vergangenheit. "Corona hat die wirtschaftlich schwierige Situation verschärft, aber natürlich hat man die Dinge auf Schalke selber verursacht. Der Klub wurde ja zu keinem einzigen Vertrag gezwungen." Deswegen sei Schalke auch von anderen Klubs inzwischen überholt worden: "Weil sie mehrheitlich über einen längeren Zeitraum bessere Entscheidungen getroffen haben."

las

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