Bundesliga

Hoffenheim kritisiert FC Bayern: "Diskussionswürdige Talent-Abwerbung"

Rekordmeister verpflichtet zwei Talente der TSG

Hoffenheim kritisiert FC Bayern: "Diskussionswürdige Talent-Abwerbung"

Armindo Sieb

Ausnahmetalent für die Bayern: Armindo Sieb hat Hoffenheim verlassen. Getty Images

Die Corona-Pandemie wird wohl nur kurzfristig die Transfersummen der Spieler etwas drücken. Langfristig ist keine nachhaltige Veränderung abzusehen. So wird es für viele Klubs künftig elementar sein, über die eigenen Nachwuchsleistungszentren vielversprechende Talente an den Profikader heranzuführen.

Die TSG Hoffenheim hatte bis vor kurzem zwei dieser vielversprechende Talente aus der U 17 in ihren Reihen - Armindo Sieb und Mamin Sanyang. Doch beide sind weg und spielen künftig für den FC Bayern München. Erst vor wenigen Tagen wurde der Transfer von Juniorennationalspieler Sanyang öffentlich. "Mamin ist ein pfeilschneller und torgefährlicher Außenbahnspieler", jubelte FCB-Campus-Leiter Jochen Sauer über den Deal.

"Es ist diskussionswürdig, dass der FC Bayern Talent-Abwerbung derart aktiv betreibt"

Zuvor sorgte bereits der Wechsel von Ausnahmetalent Armindo Sieb für dicke Luft zwischen beiden Klubs. Der ablösefreie Wechsel des 17-Jährigen hatte schon im Vorfeld angesichts der medizinischen Untersuchung im April während des Lockdowns für Kritik aus Hoffenheim gesorgt, weil der Offensivspieler offenbar ohne Zustimmung der TSG zum Medizincheck nach München gereist sein soll. Ungerührt davon zeigten sich die Verantwortlichen in München zufrieden mit ihrem Coup. "Er hat in der U-17-Bundesliga und auch in der Nationalmannschaft mit tollen Leistungen und vielen Scorer-Punkten auf sich aufmerksam gemacht und das Interesse mehrerer Vereine auf sich gezogen", kommentierte Sauer im Mai, als der Wechsel offiziell wurde.

Mit einigem Abstand meldet sich jetzt Hoffenheim mit einer deutlichen Ansage zu Wort. "Es ist auch unter Solidaritätsaspekten zumindest diskussionswürdig, dass der FC Bayern mit einer dreiviertel Milliarde Euro Umsatz nun das Geschäftsfeld der Talent-Abwerbung derart aktiv betreibt", beschwert sich Geschäftsführer Frank Briel über das Gebaren aus München. "Das ist aus deren unternehmensstrategischer Sicht vielleicht clever, aber uns tut das schon weh, denn dafür machen wir den Job in der Akademie." Hoffenheims Umsatz lag in der Saison 2018/19 bei 161,7 Millionen Euro (FC Bayern: 713,8 Millionen Euro).

Viel Prominenz in Münchens NLZ: Demichelis und Co.

Wie sehr der FC Bayern mittlerweile auch beim Nachwuchs aufs Tempo drückt, dürfte der Konkurrenz in Deutschland weitere Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Der FC Bayern München II wurde in der 3. Liga gerade eben erst Meister. Die A-Junioren führten die Tabelle in der Staffel Süd/Südwest vor dem Abbruch souverän an. Trainiert werden die Youngster in München auch nicht von irgendwem. Unter anderem sind im U-Bereich beim Rekordmeister Sebastian Hoeneß, Martin Demichelis, Danny Schwarz, Stefan Buck oder Halil Altintop unterwegs. Miroslav Klose ist aufgestiegen und wird künftig Hansi Flick assistieren.

tru

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