Bundesliga

Kokettiert Kohfeldt mit seinem Abschied?

Bei Werders großer Analyse geht es auch um den Trainer

Kokettiert Kohfeldt mit seinem Abschied?

Florian Kohfeldt

Seit Oktober 2017 für die Werder-Profis verantwortlich: Florian Kohfeldt. Getty Images

Als Florian Kohfeldt am Montagabend nach der Rettung in Heidenheim eine Reporter-Frage unter anderem mit den Worten "Ist nur ein Job für mich" beantwortete, war das natürlich pure Ironie. Und doch ist die Zukunft des Trainers bei Werder Bremen nicht so sicher, wie es die Worte seiner Bosse und seine Vertragslaufzeit erscheinen lassen.

"Bis Ende der Woche" soll es Ergebnisse geben

Seit Dienstag laufen bei Werder hinter verschlossenen Türen die angekündigten Analyse-Gespräche von Geschäftsführung, Aufsichtsrat und Trainerteam, um nach dem dramatischen Klassenerhalt die Weichen für eine möglichst erfolgreiche Zukunft zu stellen. "Bis Ende der Woche" seien Ergebnisse zu erwarten, heißt es. Bei der Diskussion spielt auch die Trainerfrage eine Rolle.

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Die Verantwortlichen, allen voran Manager Frank Baumann und Aufsichtsratschef Marco Bode, hielten trotz der vielen schlechten Ergebnisse in dieser Saison eisern zu Kohfeldt und tun das auch jetzt. Dennoch, und trotz eines bis 2023 laufenden Vertrags, scheint der 37-Jährige nun mit seinem Abschied zu kokettieren. "Es kann kein 'Weiter so' geben, und es wird kein 'Weiter so' geben! Das ist vollkommen klar", hatte Kohfeldt am Montag gesagt und ging mit dem Wissen in die Gespräche mit der Klubführung, dass die TSG Hoffenheim Interesse an ihm hegt.

Ob unbedingt ein Teammanager installiert werden muss, sei dahingestellt

Klar ist: Diverse Aufgaben in der Außendarstellung sollten Kohfeldt abgenommen werden. Hier müssen Baumann, Bode und Klubchef Klaus Filbry als Bremer "Gesichter" mehr Verantwortung übernehmen. Aber auch Kohfeldt muss sich zur Not disziplinieren und Aufträge ablehnen, die ihn vom Kerngeschäft ablenken. Gründe, über einen Vertragsbruch als Chefcoach nachzudenken, bieten derlei Themenfelder objektiv nicht.

Ob unbedingt ein Teammanager installiert werden muss, wie im Umfeld kolportiert wird, sei ebenfalls dahingestellt. Im vergangenen Sommer wurde Kohfeldt immerhin schon der Wunsch nach einem dritten Co-Trainer, Ilia Gruev, erfüllt. Ohne positiven Effekt. Überhaupt: Über mangelnden Einfluss auf alle entscheidenden Personalfragen, insbesondere Spielertransfers, kann Kohfeldt sich gewiss nicht beklagen. Die wirklichen Probleme hat er somit voll mitzuverantworten.

Warum der Blick in die Zukunft bei Werder von zahlreichen Zweifeln begleitet wird - und warum bei Milot Rashica eine Hängepartie droht: Die große Analyse zur Bremer Rettung und den Folgen lesen Sie im aktuellen kicker vom Donnerstag oder hier im e-Magazine.

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Thiemo Müller

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