Bundesliga

Werder-Trainer Kohfeldt entschuldigt sich bei Claudio Pizarro

"Immer dieselbe Fresse, die lacht"

Kohfeldt entschuldigt sich bei Pizarro

Abschied mit Klassenerhalt: Die Kollegen lassen Claudio Pizarro in Heidenheim hochleben.

Abschied mit Klassenerhalt: Die Kollegen lassen Claudio Pizarro in Heidenheim hochleben. picture alliance

Wenn er schon nicht spielen durfte, so durfte Claudio Pizarro wenigstens fliegen: Nach dem Relegations-Rückspiel in Heidenheim (2:2) und dem geglückten Klassenerhalt warfen ihn seine Bremer Teamkollegen in die Luft - es war Pizarros letzter Auftritt im Werder-Trikot.

Dass er zum Abschluss seiner großen Bundesliga-Karriere 90 Minuten auf der Bank saß, tat Florian Kohfeldt merklich leid. "Ich war nach dem Spiel bei ihm und habe mich entschuldigt, dass ich ihn in seinem letzten Spiel nicht mehr bringen konnte", sagte der Werder-Trainer bei der Pressekonferenz. "Aber die Situation war einfach leider nicht da."

Pizarro bleibt ein zweiter Bundesliga-Abstieg erspart - wie auch Werder

Pizarros Reaktion war dann ungefähr so, wie Kohfeldt zuvor das Spiel analysiert hatte: "Er sagt: 'Es ist scheißegal, Hauptsache, wir sind drin'", so Kohfeldt. Wie Werder bleibt auch Pizarro ein zweiter Bundesliga-Abstieg erspart, 2018 war der heute 41-Jährige mit dem 1. FC Köln Tabellenletzter geworden.

Das aber war nur eine kurze Episode einer großen Karriere. Pizarro hat 490 Bundesliga-Spiele absolviert, 197 Tore geschossen, je sechsmal Meisterschaft und DFB-Pokal gewonnen und einmal die Champions League. Für Bremen spielte er von 1999 bis 2001, von 2008 bis 2012, von 2015 bis 2017 und von 2018 bis heute.

"Ich kann mich nicht tiefer verbeugen vor Claudio Pizarro"

"Neulich", erzählte Kohfeldt am Montagabend, "haben wir im Trainerteam ein Video geschaut, aus den 90ern, 2000ern und jetzt 2010ern", und Pizarro war einfach immer dabei. "Ich habe zum Co-Trainer gesagt: Es ist immer dieselbe Fresse, die da lacht. Und das zeigt einfach, welche Freude er den Werder-Fans gegeben hat, wie viel Bedeutung er für diesen Verein hat. Ich kann meinen Hut nicht tiefer ziehen und mich nicht tiefer verbeugen vor Claudio Pizarro und dem, was er für Werder Bremen, für die Bundesliga geleistet hat. Und ich bin heilfroh, dass wir dieses Kapitel in der Bundesliga beenden konnten."

Lesen Sie auch:

Der Klassenerhalt und die finanziellen Folgen: Werder bleibt drin - und muss rund elf Millionen Euro zahlen

Kohfeldts kurioses Interview: "Ist nur ein Job für mich"

Kohfeldts Fazit und seine Urlaubspläne: "Scheiß Saison, gutes Ende"

jpe

Werder bleibt erstklassig: Die Geschichte eines Traditionsvereins