Bundesliga

Jürgen Klinsmann entschuldigt sich für Hertha-Aus - und übt Kritik

Nach dem Rücktritt in Berlin

Klinsmann entschuldigt sich für Hertha-Aus - und übt Kritik

Jürgen Klinsmann

War drei Monate lang Trainer der Hertha: Jürgen Klinsmann. imago images

Es waren die wohl turbulentesten Monate in der jüngeren Klubgeschichte von Hertha BSC, mit einem maximal turbulenten Ende: Nachdem Jürgen Klinsmann, ursprünglich als Aufsichtsratmitglied geholt, das Traineramt der Alten Dame im November 2019 übernommen und auf dem Winter-Transfermarkt 77 Millionen Euro ausgegeben hatte, schmiss er im Februar plötzlich wieder hin.

Nun entschuldigte sich der 55-Jährige gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: "Es tut mir sehr leid, wie mein Weggang von Hertha BSC zustande kam, nachdem wir sechs Punkte zwischen uns und den Relegationsplatz gelegt hatten."

Unter Klinsmann hatte die Hertha in neun Spielen nur drei Siege geholt und es nicht geschafft, dem Abstiegskampf zu entkommen. Erst unter Bruno Labbadia, der wiederum von Klinsmann-Co Alexander Nouri übernahm, gelang der souveräne Klassenerhalt.

Klinsmann hatte bei der Hertha schnell zu mehr Macht und Kompetenzen kommen wollen und deshalb auch in der Art eines englisches Managers einen längerfristigen Vertrag als Technischer Direktor gefordert. "Wir haben es damals in zehn Wochen leider nicht geschafft, zu einer schriftlichen Vereinbarung zu kommen", bemerkte er. Hertha-Präsident Werner Gegenbauer hatte das bereits bestritten.

Wenig später kam gar ein Katalog an die Öffentlichkeit, in dem Klinsmann die Missstände im und um den Verein skizziert hatte. "In der Umsetzung meines Weggangs habe ich sicherlich Fehler gemacht und dafür möchte ich mich nochmals entschuldigen", erklärte der Wahl-Amerikaner mit Abstand. "Dass anschließend eine Analyse, die ich in meiner Eigenschaft als Berater des Investors für den internen Gebrauch erstellt habe, an die Öffentlichkeit kam, hat allen Beteiligten geschadet. Mir ist heute noch ein Rätsel, wie das an die Medien kam."

In besagter Analyse hatte Klinsmann besonders Manager Michael Preetz große Versäumnisse vorgeworfen. "Aber das ist Vergangenheit. Das Allerwichtigste ist, dass Hertha den Klassenverbleib geschafft hat und in der Bundesliga bleibt."

mkr