Bundesliga

Werder Bremen: Auch der Klassenerhalt wäre teuer

Finanzielle Sorgen nicht nur bei Abstieg

Werder: Auch der Klassenerhalt wäre teuer

Gegen Heidenheim entscheidet sich, in welcher Liga Werder Bremen 2020/21 spielt: Manager Frank Baumann.

Gegen Heidenheim entscheidet sich, in welcher Liga Werder Bremen 2020/21 spielt: Manager Frank Baumann. picture alliance

Dass Werder Bremen am Ende der Saison 2019/20 in der Relegation um den Klassenerhalt kämpfen würde, hatten die Verantwortlichen nun wirklich nicht erwartet. Dass Werder eines Tages wieder absteigen könnte, haben sie jedoch zumindest in Betracht gezogen - und Notfall-Vorkehrungen getroffen.

Sollten die Bremer nach 39 Jahren tatsächlich wieder in die 2. Liga müssen, würden sie deshalb immerhin nicht in eine Kostenfalle tappen, weil sich die Profigehälter dann individuell um 30 bis 50 Prozent reduzieren. Zugleich würde auf manch enttäuschenden "Leistungsträger" der finanzielle Druck zu wechseln steigen.

Bittencourt, Toprak und Selke würden einen zweistelligen Millionenbetrag kosten

Bei allen finanziellen Einbußen, die ein Abstieg aus der Bundesliga mit sich bringt, wäre der viermalige Meister zumindest in der Lage, eine vielversprechende Mannschaft fürs Unternehmen Wiederaufstieg zusammenzustellen. Doch wie wäre Werder für ein weiteres Jahr in der Bundesliga aufgestellt?

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Manager Frank Baumann würde "eine Saison in der 2. Liga extremst gerne vermeiden", weiß aber gleichzeitig, dass auch der Klassenerhalt schmerzhafte finanzielle Folgen hätte. Zunächst mal müsste Werder dann von vornherein einen zweistelligen Millionenbetrag für die verpflichtende Weiterbeschäftigung der Leihgaben Leonardo Bittencourt (Hoffenheim), Ömer Toprak (Dortmund) und Davie Selke (Hertha) aufbringen.

Harnik kehrt zurück, hätte in der 1. Liga aber kaum eine Perspektive unter Kohfeldt

Und ob sich außer für Milot Rashica, um den RB Leipzig buhlt, Transfereinnahmen erzielen ließen? Ungewiss. Der Markt für Bremer Profis ist begrenzt. Zugleich erfreuen sich Jiri Pavlenka, Milos Veljkovic, Maximilian Eggestein und Co. an relativ üppigen, teils erst 2019 aufgebesserten Vor-Corona-Verträgen.

Ebenfalls zu den Gutverdienern zählt zu allem Überfluss Martin Harnik, der nach dem verpassten Aufstieg vom Hamburger SV zurückkommt. Der 33-Jährige wird in der 1. Liga unter Florian Kohfeldt kaum eine Rolle spielen. Ihn ein Jahr vor Vertragsende noch einmal weiterzuvermitteln, würde für Werder aber so gut wie sicher zum nächsten Zuschussgeschäft.

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