Bundesliga

Hoffenheims Saison der Extreme

Viele neue Rekorde, aber auch Tiefstwerte

Hoffenheims Saison der Extreme

Maximilian Beier

Seit dieser Saison der jüngste Hoffenheimer Bundesliga-Spieler: Maximilian Beier. picture alliance

Die abgelaufene Saison war die zwölfte in Folge für Hoffenheim in der Bundesliga. Eine eher turbulente, die dank eines beherzten Schlussspurts noch in ein Happy End mündete. Rang 6 bedeutet die dritte Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb und die drittbeste Platzierung der Vereinsgeschichte nach Rang 4 (2016/17) und Rang drei im Jahr darauf. Allerdings verlief die durch die Corona-Unterbrechung dreigeteilte Spielzeit für die Kraichgauer in Wellenbewegungen mit teils enormen Ausschlägen.

Historischer Höchststand an Heimniederlagen

So verbuchte die TSG einen neuen historischen Höchststand an Heimniederlagen. Neunmal musste sich Hoffenheim im eigenen Stadion geschlagen geben. Darunter auch das denkwürdige 0:6 gegen den FC Bayern München, die höchste Heimpleite überhaupt im Oberhaus für die Gastgeber. Die auch noch höher hätte ausfallen können, hätte der Rekordmeister bis zum Schlusspfiff durchgezogen. Doch nach der zweiten Spielunterbrechung wegen Diffamierungen der Bayernfans Richtung TSG-Mäzen Dietmar Hopp, stellten beide Teams vom Wettkampf- auf Demonstrationsmodus und machten die letzten 14 Minuten zu einem Freundschaftsspiel im besten Sinne.

Ähnlich blamabel war die 1:5-Pleite gegen Mainz, obwohl die Hausherren eine komplette Halbzeit in Überzahl agierten. Nie zuvor hatte Hoffenheim zu Hause so viele Gegentreffer hinnehmen müssen. 37-mal klingelte es insgesamt hinter Oliver Baumann und Philipp Pentke, nie war die Tordifferenz (-11) zu Hause so schlecht.

Neue Bestmarken in der Fremde

Dagegen setzte die TSG in der Fremde neue Bestmarken. Acht Auswärtssiege hatte es für die Kraichgauer in der Bundesliga noch nie gegeben. In der Fremde eroberte die TSG erstmalig mehr Punkte als daheim, 30 Auswärtszähler sind ebenso neuer Bestwert wie nur drei Auswärtsniederlagen. Nie hatte Hoffenheim auswärts weniger Gegentore (16) und eine bessere Tordifferenz (+11) verbucht.

Dennoch waren die Defizite beim Spiel im Angriffsdrittel oft unverkennbar. Auch deshalb sank die Zahl der zugesprochenen Elfmeter auf einen neuen Tiefstand von nur vier Strafstößen. Immerhin drei wurden verwandelt, so wenige wie zuvor nur in der Spielzeit 2015/16.

Dagegen wirkte die TSG dank ihrer Einwechslungen häufig wie ausgewechselt. Gleich ein Dutzend Jokertore bedeuteten Ligabestwert. Zudem sammelten Hoffenheims Joker noch nie so viele Assists. Neun Vorlagen eingewechselter Spieler summieren sich auf noch nie dagewesene 21 Scorerpunkte.

Beier schnappt sich den Rekord von Süle

In diese Liste hätte sich leicht ein weiterer Spieler eintragen können: Maximilian Beier. Das sechsmal eingewechselte Eigengewächs verpasste mehrfach nur haarscharf seinen ersten Bundesligatreffer. Ein Rekord aber ist ihm sicher: Der junge Angreifer ist bis auf Weiteres der jüngste Spieler, den die TSG in der Bundesliga je einsetzte. Beier war beim Debüt im Februar in Freiburg erst 17 Jahre und 114 Tage alt. Noch vier Monate jünger als der bisherige Rekordhalter Niklas Süle.

Michael Pfeifer

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