2. Bundesliga

Fürths Rachid Azzouzi: "Das wird ein sehr schwieriges Jahr werden"

Fürths gemischte Saison-Analyse

Azzouzi: "Das wird ein sehr schwieriges Jahr werden"

Rachid Azzouzi

"Ich würde schon sagen, dass es eine gute Platzierung ist": Fürths Sportgeschäftsführer Rachid Azzouzi. imago images

"Ich würde schon sagen, dass es eine gute Platzierung ist, wenn man sieht, welche Mannschaften wir hinter uns gelassen haben, wo wir vor zwei Jahren waren und wie wir fußballerisch aufgetreten sind", sagte Azzouzi im Podcast "Fürther Flachpass". Aber: "Wir hätten auch Platz sechs oder fünf erreichen können, das wäre verdient gewesen. In den letzten Wochen haben wir einfach zu wenige Ergebnisse erzielt."

Seit der Corona-Unterbrechung gewann die Spielvereinigung nur ein einziges Spiel (1:0 in Nürnberg). Ligaweit holte kein Team weniger Punkte in diesem Zeitraum. In der Re-Start-Tabelle steht das Kleeblatt punktgleich mit Absteiger Dynamo Dresden und Relegations-Teilnehmer 1. FC Nürnberg auf Rang 17 (1/5/3, 9:12 Tore, acht Punkte). Teams wie Darmstadt, Aue, Hannover und Bochum haben die Weiß-Grünen nach der Pause überholt. Aus einer zunächst recht anständigen Saison ist eine mittelmäßige geworden (11/11/12-Bilanz).

SpVgg Greuther Fürth - Vereinsdaten
SpVgg Greuther Fürth

Gründungsdatum

23.09.1903

Vereinsfarben

Weiß-Grün

SpVgg Greuther Fürth - Die letzten Spiele
Wiesbaden Wiesbaden (H)
2
:
2
Karlsruhe Karlsruhe (H)
1
:
2
2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Bielefeld Arminia Bielefeld
68
2
Stuttgart VfB Stuttgart
58
3
Heidenheim 1. FC Heidenheim
55

Schwache Chancenverwertung und anfällige Defensive

"Wir sind uns bewusst, dass wir die Ergebnisse nicht mehr erzielt haben. Das hatte aber nichts mit unserer spielerischen Qualität zu tun", so Azzouzi. "Wir haben die Spiele überwiegend beherrscht und den Stempel aufgedrückt. Letztendlich geht es aber auch darum, Ergebnisse einzufahren und das haben wir leider in den letzten Wochen zu wenig getan. Das habe ich der Mannschaft auch auf den Weg gegeben, dass wir uns da nicht in die Tasche lügen dürfen. Bei dem hohen Aufwand, den wir betreiben, müssen wir auch Ergebnisse erzielen, sonst haben wir ein Problem."

Wir müssen auch Ergebnisse erzielen, sonst haben wir ein Problem.

Rachid Azzouzi

Die Punkte Chancenverwertung und defensive Stabilität dürften in Fürth ganz oben auf der To-Do-Liste stehen. "Wir müssen weiter an uns arbeiten", weiß Azzouzi und ordnet ein: "Wir sind ein Verein, der Spieler entwickeln muss. Zu dieser Entwicklung gehört auch, dass man Rückschläge einstecken und daraus lernen muss, um den nächsten Schritt zu machen. Wir werden weiter an uns glauben und versuchen, uns weiter zu verbessern."

Finanzielle Zwänge: Fürth muss Spieler verkaufen

Zur neuen Saison 2020/21 muss die Spielvereinigung auch wieder kreativ sein. "Wir müssen in der neuen Saison den Gürtel noch einmal enger schnallen wegen den Entwicklungen der Corona-Pandemie. Dadurch das wir eh schon keinen großen Etat haben, ist es schon beträchtlich, was wir einsparen müssen. Das wird ein sehr schwieriges Jahr für uns werden", stellt Azzouzi klar. Entsprechend sei das Kleeblatt auch wieder auf Transfererlöse angewiesen. Kandidaten für einen Verkauf mit entsprechender Ablösesumme sind wohl Spieler wie Branimir Hrgota, Paul Seguin oder Jamie Leweling.

Wir müssen in der neuen Saison den Gürtel noch einmal enger schnallen.

Rachid Azzouzi

"Wir wollen das Herz und die Seele der Mannschaft nicht komplett verkaufen. Wenn Spieler für andere Vereine interessant werden, dann müssen wir natürlich drüber nachdenken. Aktuell müssen wir mit ein, zwei Abgängen rechnen, wenn gute Angebote kommen. Sonst funktioniert unser Geschäftsmodell nicht", erklärt Azzouzi. "Es wird wirtschaftlich noch einmal schwieriger in der nächsten Saison. Trotzdem werden wir die Arme hochkrempeln. Es wird hart, aber ich bin trotzdem zuversichtlich. Wir einen guten Kern zusammengehalten."

Zahlenspiele mit Keita-Ruel - Stefniak-Leihe wird wohl abgebrochen

Ob Sturmtank Daniel Keita-Ruel zu diesem Kern zählen wird, ist noch offen. Der Vertrag mit dem 30-jährigen Neun-Tore-Mann ist zum Monatswechsel ausgelaufen. Zwar hatte Fürth die Möglichkeit, per Klausel zu verlängern, aber: "Zu den damaligen Konditionen war das nicht mehr einzuhalten. Dementsprechend konnten wir die Option so nicht ziehen", so Azzouzi, der Keita-Ruel andere Möglichkeiten aufgezeigt hat: "Wir haben seitdem viele Gespräche geführt und Zahlen ausgetauscht. Jetzt müssen wir schauen, ob das letztlich für Keita passt oder nicht. Wenn dem so ist, dass er ein besseres Angebot bekommt, dann müssen wir leider in den sauren Apfel beißen."

Bei Flügelflitzer Marvin Stefaniak stehen die Zeichen dagegen auf Trennung. Zwar ist der 25-Jährige eigentlich für ein weiteres Jahr vom VfL Wolfsburg ausgeliehen, doch wird diese Leihe wohl abgebrochen. "Wir sind in Gesprächen mit dem VfL Wolfsburg, Marvin und seinem Berater. Natürlich war das keine befriedigende Saison von Marvin bei uns. Wir haben uns alle insgesamt mehr versprochen und erhofft. Wir müssen schauen, dass wir eine vernünftige Lösung für alle drei Seiten finden."

Enge Kooperation mit dem neuen Ausrüster

Seit dem 1. Juli wird Fürth übrigens nicht mehr von Hummel, sondern wieder von Puma ausgerüstet. Zusammen mit dem Sportartikelhersteller aus dem nahe gelegenen Herzogenaurach will die Spielvereinigung eine enge Kooperation pflegen. So streben beide Seiten eine Ausbildungskooperation an. Auch will Puma das Kleeblatt-Trainingsgelände für Produkttests und Marketing-Kampagnen nutzen. Das neue Trikot soll in Kürze vorgestellt werden.

cru

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