Bundesliga

Borussia Mönchengladbach: Finanzen, Zukunft, Transfers

Mönchengladbach: Fans sparen der Borussia 400 000 Euro

Finanzen, Zukunft, Transfers: Das sagt Schippers

Stephan Schippers

Gab am Mittwoch Einblicke in Planungen und Zukunft von Borussia Mönchengladbach: Geschäftsführer Stephan Schippers. imago images

Borussias Geschäftsführer ging in einer Medienrunde auf die Finanzzahlen des Klubs im Geschäftsjahr 2019 ein. Schippers schaute in dem Gespräch auch nach vorne, sprach über die Folgen der Corona-Krise, über die Transfermöglichkeiten des Klubs und verkündete mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr, dass rote Zahlen erwartet werden: "Wir werden 2020 ein Minus schreiben."

Finanzen: Für das Geschäftsjahr 2019 belief sich der Umsatz auf 213 Millionen Euro - ein Rekordergebnis. Der bis dahin höchste Umsatz wurde 2016 mit knapp 197 Millionen Euro erwirtschaftet. Der Gewinn vor Steuern betrug 16,8 Millionen Euro, nach Steuern blieb ein Gewinn in Höhe von 12,2 Millionen Euro. Außerdem wurde beim Eigenkapital erstmals die Marke von 100 Millionen Euro übertroffen, mit Abschluss des Geschäftsjahres belief es sich auf 103,3 Millionen Euro. Für die Lizenzspielerabteilung lagen die Personalkosten bei knapp unter 80 Millionen Euro.

Zukunft: Im (laufenden) Geschäftsjahr 2020 wird die Corona-Krise voll durchschlagen. Die Einnahmeverluste aus der gerade beendeten Bundesligasaison lagen laut Schippers bei 13 Millionen Euro. Pro Geisterspiel sind auch in der neuen Saison wieder Mindereinnahmen von rund 1,4 Millionen Euro zu veranschlagen. So können sich die Einnahmeverluste im Jahr 2020 schnell auf über 40 Millionen Euro summieren. Die Teilnahme an der Champions League hilft, die Corona-Folgen abzufedern.

Wie viel Geld aus der Königsklasse tatsächlich fließen wird, lässt sich heute noch nicht beziffern. Schippers kalkuliert "mit 25 Millionen Euro", erklärte er. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Borussias Finanzfachmann definitiv rote Zahlen: "Wir werden 2020 ein Minus schreiben." In der Schublade bleibt daher vorerst auch der Plan, auf dem Gelände des Borussia-Parks ein komplett neues "Profi-Haus", ein Zentrum eigens für die Lizenzspielerabteilung, zu errichten.

Transfers: Ganz klar, die große Shoppingtour findet trotz Champions League nicht statt. Dass man anderseits die Mannschaft inklusive der begehrten Stars wie Denis Zakaria zusammenhalten kann, dürfen die Borussen in dieser schwierigen Zeit ("Corona trifft uns bis ins Mark") als Erfolg verbuchen. Denn Schippers unterstrich: Das Tafelsilber muss aus wirtschaftlichen Zwängen nicht verkauft werden, um Löcher zu stopfen.

"Es ist eine anstrengende Situation. Sie ist substanzbedrohend, aber nicht existenzbedrohend. Substanzbedrohend bedeutet, dass wir vielleicht auch einmal einen Spieler verkaufen müssen. Heute müssen wir das aber nicht. Deswegen ist es ein Erfolg, dass wir trotz dieser schwierigen Situation die Mannschaft zusammenhalten können. Und das freut mich sehr, denn es ist eine gute Mannschaft", so Schippers. Zum Thema Einkäufe sagte der Geschäftsführer: "Ich sage heute: Ich wüsste nicht woher." Trotzdem ist nicht ausgeschlossen, dass die Fohlen zumindest das eine oder andere neue Gesicht begrüßen können. Denn Schippers erklärte auch: "Sommertransfers gab es immer. Dazu braucht man intelligente und kreative Lösungen - aber dafür ist Max Eberl ja bekannt."

Dauerkarten: Am Dienstag teilte die Borussia mit, dass die Dauerkarteninhaber ihr Jahresticket für die Spielzeit 2020/21 verlängern können, die Karten aber erst ab der Rückrunde gelten. Die Tickets werden aus diesem Grund auch nur halb so teuer sein, der Klub sehe außerdem von einer geplanten Preiserhöhung ab. Tageskarten werden zunächst überhaupt nicht verkauft. Erst, wenn wieder mindestens 30 000 Zuschauer zugelassen sind. Bei der Borussia wird der Dauerkartenverkauf seit Jahren bei 30 000 gestoppt.

Wird eine gewisse Anzahl an Zuschauern schon in der Hinrunde für den Stadionbesuch zugelassen, sieht die Regelung wie folgt aus: Dauerkarteninhaber erhalten ein Vorkaufsrecht für die Spiele, sie können sich innerhalb einer gewissen Frist ein Tagesticket bestellen. Schippers erklärte außerdem in Bezug auf die Geisterspiele in der vergangenen Saison, dass 5800 der 30 000 Dauerkartenbesitzer auf die Erstattung des Ticketpreises für die betreffenden Spiele verzichtet haben. Eine Geste, die der Borussia viel Geld spart, laut Schippers "rund 400 000 Euro".

Jan Lustig

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