Bundesliga

Schalke 04 und die Krise: "Wir können nicht mehr auf die Zukunft wetten"

Schalke 04 und die finanzielle Schieflage

"Wir können nicht mehr auf die Zukunft wetten"

Sportvorstand Jochen Schneider

Fand deutliche Worte zur Schalker Situation: Sportvorstand Jochen Schneider. imago images

Ein "Weiter so", das machte Alexander Jobst gleich zweimal deutlich, kann sich der FC Schalke 04 nicht mehr erlauben. Der Marketingsvorstand erklärte in einem langen Vortrag, wie schwer - und zwar sehr - den Verein das erneute Verpassen des europäischen Wettbewerbs trifft und kündigte eine "Zäsur" an.

Für die Rückschläge der jüngeren Vergangenheit, weitab vom miserablen Saisonverlauf, entschuldigte sich Jobst vor allem bei den Fans. "Wir haben Fehler gemacht", bezog er sich auf den Härtefallantrag oder die entlassenen Knappenschmiede-Fahrer. "Schalke 04 hat in den vergangenen Wochen ein miserables Bild abgegeben."

Solche Fehler "dürfen in Zukunft nicht mehr passieren. Wir wissen, dass wir Vertrauen verspielt haben und die Fans verschreckt haben", so Jobst.

Da war es wenig hilfreich, keines der letzten 16 Saisonspiele gewonnen und damit den schlechtesten Lauf der Vereinsgeschichte hingelegt zu haben. Die Folge sind weitere Kürzungen im Lizenzspielerkader. Durch das Coronavirus sei das Missverhältnis Einnahmen/Ausgaben noch einmal extremer geworden, vor allem "nicht gesund für Schalke 04". Auf der Ausgabenseite sollen deshalb "massive Einsparungen" vorgenommen und die "Stopp-Taste" in vielen Bereichen gedrückt, "die sportlichen Ziele in den nächsten ein, zwei drei Saisons angepasst werden".

Sportvorstand Jochen Schneider fasste die Schieflage deutlich zusammen: "Wir können nicht mehr auf die Zukunft wetten. Wir haben die Verantwortung, dass wir das Verhältnis von Aufwand und Ertrag in Einklang bringen. Das ist uns in den vergangenen Jahren nicht gelungen. Wir müssen dem sportlichen Trend der letzten vier Jahre Rechnung tragen."

Das Lizenzspieler-Budget ist der größte Hebel, an dem wir ansetzen müssen.

Jochen Schneider

Dem Thema Gehaltsobergrenze wich Schneider zwar größtenteils aus, sagte aber: "Das Lizenzspieler-Budget ist der größte Hebel, an dem wir ansetzen müssen. Wir müssen einen Schritt zurückgehen, um den Verein gesund zu führen, um dann auch wieder wachsen zu können. Schalke ist ein großer, emotionaler Verein, wie es ihn kein zweites Mal in der Bundesliga gibt."

Im Ticker: Die Schalker Pressekonferent mit Sportvorstand Jochen Schneider, Marketingvorstand Alexander Jobst und Trainer David Wagner

mkr