Bundesliga

Schalke bestätigt: Clemens Tönnies tritt als Aufsichtsratschef zurück

"Wir bedauern die Entscheidung"

Schalke bestätigt: Tönnies tritt als Aufsichtsratschef zurück

Clemens Tönnies ist nicht mehr Aufsichtsratsvorsitzender des FC Schalke 04.

Wurde 2001 Aufsichtsratsvorsitzender beim FC Schalke 04: Clemens Tönnies. picture alliance

Die Ära Tönnies auf Schalke ist beendet. Am Dienstag teilte Clemens Tönnies dem Bundesligisten mit, dass er mit sofortiger Wirkung den Aufsichtsrat verlässt und als dessen Vorsitzender zurücktritt. Was zuvor bereits nach der Aufsichtsratssitzung durchgesickert war, machten die Schalker wenig später offiziell.

Ein kritisches Wort über Tönnies verliert Schalke in der Pressemitteilung nicht

Tönnies war 26 Jahre im Schalker Aufsichtsrat - seit 2001 als Vorsitzender. Ursprünglich war er noch bis 2022 gewählt. Sein Stellvertreter in dem Gremium war zuletzt der 57-jährige Rechtsanwalt Dr. Jens Buchta. "Wir als Aufsichtsrat des FC Schalke 04 bedauern die Entscheidung von Clemens Tönnies sehr", wird Buchta in der Schalker Pressemitteilung vom Dienstagnachmittag zitiert. "Er hat das Gremium als Vorsitzender in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten mit seiner Mischung aus Bodenständigkeit und Dynamik geprägt, immer wieder war er der Motor, der wegweisende Prozesse angestoßen und federführend begleitet hat." Er werde "mit seiner Erfahrung und Expertise schwer zu ersetzen sein".

FC Schalke 04 - Vereinsdaten
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Tönnies selbst kommt in der Pressemitteilung nicht zu Wort - der Klub verliert darin auch kein einziges kritisches Wort über ihn. Die Fans jedoch hatten in den vergangenen Tagen massiv Tönnies' Rücktritt gefordert. Wegen der vielen Corona-Fälle in seinem Fleisch-Unternehmen in Rheda-Wiedenbrück war der 64-jährige Milliardär bundesweit in die Kritik geraten. Auf Schalke kam die sportliche Misere der letzten Monate und die finanzielle Schieflage hinzu. Nach einem rassistischen Spruch hatte er sein Amt vorigen Sommer bereits vorübergehend ruhen lassen.

In einem Schreiben an die S04-Gremien, aus dem die dpa zitierte, begründet Tönnies seinen Rücktritt mit der Krise seines Unternehmens. "Meine Hauptaufgabe ist es, mich aktuell voll und ganz auf mein Unternehmen zu konzentrieren, es erfolgreich durch die schwerste Krise seiner Geschichte zu führen", heißt es dort. Die Entscheidung sei ihm "nach so vielen Jahren sehr schwergefallen".

"Wir wissen, wie schwer ihm diese Entscheidung gefallen ist"

Die Schalker verweisen am Dienstag auf Meilensteine der Ära Tönnies, etwa auf den Bau der Arena und die Förderung der Knappenschmiede. "Als Mitglied und Vorsitzender des Aufsichtsrats hat Clemens Tönnies ganz entscheidenden Anteil daran, dass sich der FC Schalke 04 in den vergangenen 26 Jahren als eines der sportlichen und wirtschaftlichen Schwergewichte in der Bundesliga etabliert hat", werden die Vorstände Alexander Jobst und Jochen Schneider zitiert. "Wir wissen, wie schwer ihm diese Entscheidung gefallen ist, daher gebührt ihr unser höchster Respekt."

Unter Tönnies waren die Schalker dreimal DFB-Pokalsieger und fünfmal Vizemeister geworden und nahmen zehnmal an der Champions League teil - davon war Königsblau zuletzt aber weit entfernt.

Bei der Sitzung sollte es eigentlich um die NRW-Bürgschaft gehen

Bei der Aufsichtsratssitzung am Dienstag hatte es eigentlich um eine millionenschwere Bürgschaft durch das Land NRW gehen sollen. Für das Geschäftsjahr 2019 (Stichtag 31. Dezember) hatte Schalke Verbindlichkeiten in Höhe von 197,9 Millionen Euro vermeldet.

Für den morgigen Mittwoch hatten die Schalker eine Pressekonferenz mit Sportvorstand Schneider und Trainer David Wagner angekündigt, bei der es um die Ergebnisse der internen Analyse und die künftige Ausrichtung des Klubs gehen soll.

Kommentar: Tönnies konnte nicht mehr anders

jpe

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