Formel 1

Verstappen schielt auf den WM-Titel

Red Bull vor dem Start auf der Heimstrecke

Verstappen schielt auf den WM-Titel

Max Verstappen freut sich auf die am Wochenende endlich beginnende Saison.

Max Verstappen bereitete sich in der Zwangspause unter anderem im Simulator im eigenen Haus vor. imago images

Um Sebastian Vettel als jüngsten Weltmeister der Formel-1-Geschichte abzulösen, hat Verstappen nur noch diese eine Chance. Schon deshalb wird das Jahr 2020 ein ganz besonderes für ihn sein. Da niemand weiß, was nach den bis Anfang September (GP Italien) geplanten acht Läufen passieren wird, kann die WM-Saison 2020 schneller vorbei sein als gedacht. Mindestens acht Rennen sind nötig, um den Titel zu vergeben - allein die ersten zwei finden auf Verstappens Lieblings-Strecke in der Steiermark statt, die zudem im Besitz seines Teambesitzers Dietrich Mateschitz (76) ist. Besser hätte der Saisonauftakt für ihn gar nicht terminiert werden können.

"Die längste Pause, seit ich mit dem Kartfahren begonnen habe"

Seit Verstappen als Zweiter hinter Hamilton am 1. Dezember 2019 den Grand Prix von Abu Dhabi beendete, sind sieben Monate ins Land gezogen. "Es ist wirklich seltsam, dass ich so lange nicht mehr fahren konnte, und es ist die längste Zeit, seit ich mit dem Kartfahren begonnen habe", erzählt Verstappen, der sich somit auf andere Weise fithalten musste: "Zum Glück habe ich zu Hause einen Simulator, und den habe ich während der Sperrpause sehr oft benutzt." Als Jammern will er das jedoch keinesfalls verstanden wissen, "denn diese Zeit war für so viele Leute eine große Herausforderung, sodass wir uns über nichts zu beklagen haben".

Dass keine Zuschauer vor Ort sein können, und gerade in Österreich bauten sich in den letzten Jahren wahre Tribünentürme in leuchtendem Orange auf, wird, so Verstappen, "seltsam sein. Aber ich möchte so rasch wie möglich wieder ins Auto steigen und dann sofort so schnell wie nur möglich sein. Mein Training im Vorfeld des Rennens war besser denn je, weil ich so viel Freizeit hatte. Ich hatte etwa sechs volle Wochen Training und fühle mich jetzt noch besser in Form als vor Australien (dem geplanten Startort im März, die Red.). Es ist auch toll, dass wir die ersten beiden Rennen der Saison auf unserer Heimstrecke bestreiten, und es wird mit Sicherheit ein besonderer Moment sein."

kicker.tv Hintergrund

F1: Vorschau auf den Großen Preis von Österreich

alle Videos in der Übersicht

Für den WM-Dritten von 2019 fühlt es sich eigenartig an, erstmals wieder seit den Wintertests im Februar seinen Red Bull RB16 an die Grenzen zu bringen. Diese Wintertests zeigten, dass Red Bull möglicherweise schon an Ferrari vorbeigezogen ist. "Das Auto damals fühlte sich gut an", erinnert sich Verstappen, "aber es gibt immer Raum für Verbesserungen, ich will immer noch besser werden. Das Team hat im Vorfeld des Rennens wirklich hart gearbeitet, und es wird Upgrades an unserem Auto geben, aber alle Teams werden die wohl haben."

"Ich denke nicht wirklich über einen Hattrick nach"

Wie hoch die Ambitionen von Verstappen in dieser ungewöhnlichen Saison sind, zeigt seine Antwort auf die Frage, was ihm der Sieghattrick in Österreich bedeuten würde. Geradeheraus nennt er das Ziel, das er noch viel mehr im Kopf hat: "Ich würde es vorziehen, eine Meisterschaft zu gewinnen! Ich denke nicht wirklich über einen Hattrick nach."

Schon das erste Rennwochenende dürfte einen Aufschluss darüber geben, ob Verstappen in diesem Jahr tatsächlich erstmals ernsthaft am Titel schnuppern kann oder gar mehr. "Ich hoffe es", gibt er zu, "aber das ist so schwer zu sagen. Eines weiß ich mit Sicherheit, dass wir alles tun werden, um dafür zu kämpfen. Mercedes ist immer noch derjenige Kontrahent, den es zu schlagen gilt. Aber als Team haben wir im letzten Jahr viel gelernt, und ich glaube wirklich, dass wir stärker geworden sind." Interessantes Detail am Rande: Noch 2018 bei seinem Sieg in Spielberg arbeitete in Verstappens Heck ein Renault-Motor, wenngleich der offiziell als TAG-Heuer bezeichnet wurde. 2019 siegte er in Österreich dann bereits mit dem Honda-Motor, der neben Zuverlässigkeit zuletzt vor allem auch an Power zugelegt hat. "Honda hat über den Winter sehr hart gearbeitet", lobt Verstappen den Partner aus Japan, "und bei den Tests in Barcelona sah alles sehr solide aus. Unsere Höchstgeschwindigkeit war ordentlich, deshalb bin ich mit der Arbeit, die geleistet wurde, sehr zufrieden. Honda ist sehr motiviert und will wie wir um den Titel kämpfen."

Stefan Bomhard