Bundesliga

Watzke "spielt nicht mehr mit": BVB gibt kein Saisonziel mehr aus

Dortmunds Profis verzichten bis Dezember auf Teile des Gehalts

Watzke "spielt nicht mehr mit": BVB gibt kein Saisonziel mehr aus

Hans-Joachim Watzke

"Wir werden sparen, wo wir es können", sagt Hans-Joachim Watzke. picture alliance

So deutlich sich Mats Hummels und andere Spieler schon geäußert haben, dass Borussia Dortmund in der Saison 2020/21 erneut die Meisterschaft anpeilen will - so defensiv gehen die Führungskräfte des Klubs damit um. "Wir werden offiziell kein Ziel mehr ausgeben", sagte Hans-Joachim Watzke am Dienstag, "und das geschieht nicht, weil wir keines haben."

Vor einem Jahr hatte sich der Klub dazu bekannt, "alles zu versuchen, Meister zu werden". Versuchen. Eine vollmundige Ankündigung aus Dortmund, den ewigen Meister aus München vom Thron zu kippen, war nicht erfolgt. Und trotzdem hatte es Kritik an den Westfalen gehagelt. Darauf reagiert Watzke nun: "Ich spiele dieses Spiel nicht mehr mit."

Konzepte "fast fertig": Watzke hofft auf Fans beim Bundesliga-Auftakt

Bei einem Mediengespräch im Signal-Iduna-Park brachte der BVB-Boss auch seine Hoffnung zum Ausdruck, dass vielleicht schon zum Start der neuen Saison am 11. oder 18. September Zuschauer in einer stark begrenzten Zahl wieder Bundesligaspiele live verfolgen können. Entsprechende Konzepte, die dann mit der Politik noch diskutiert werden müssen, seien "fast fertig". Für Watzke wäre es "als erster Schritt großartig", wenn man demnächst zumindest einem Teil der Fans wieder den Zutritt ins Stadion gewähren könnte. Wie viele das in Dortmund sein könnten? "Garantiert deutlich weniger als die Hälfte."

Einen Tag nach der Ad-hoc-Mitteilung, in der Borussia Dortmund einen Saisonverlust von 45 Millionen Euro publik gemacht hatte, bekräftigte Watzke, dass sich der BVB ein striktes Kostenmanagement verordnet hat. "Wir werden sparen, wo wir es können", sagte er. Die Profis helfen mit - sie verzichten bis zum 31. Dezember auf Teile ihres Gehaltes, von 20 Prozent ist die Rede.

Landesbürgschaft für Schalke? "Das ist nicht ehrenrührig"

Um den Klub müsse sich "niemand Sorgen machen", versicherte Watzke, der BVB sei "wirtschaftlich so stabil wie nur ganz wenige in Deutschland". Die Liquidität reiche für zwei, maximal drei Jahre. In der Landesbürgschaft für Schalke 04, über die das "Handelsblatt" am Montagabend zuerst berichtet hatte, sieht Dortmund Geschäftsführer keinen Anlass zur Kritik: "Das ist nicht ehrenrührig, wohlwissend, dass die Volksseele das anders empfindet."

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Thomas Hennecke

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