Bundesliga

Werder-Stürmer mit Rekord: Füllkrugs Kampf gegen das Relegations-Trauma

Werders Stürmer scheiterte bereits zweimal

Rekordmann Füllkrug: Sein Kampf gegen das Relegations-Trauma

Niclas Füllkrug

Relegationserprobt: Niclas Füllkrug, hier nach seinem Tor zum 3:0 gegen Köln am 34. Spieltag. picture alliance

In den Plänen von Werder-Coach Florian Kohfeldt gehört Niclas Füllkrug definitiv zu den großen Hoffnungsträgern mit Blick auf die Relegationsspiele gegen Heidenheim. Auch wenn der Mittelstürmer nach langer Verletzungspause noch kein Spiel über 90 Minuten bestreiten kann, war er bereits im Liga-Endspurt ein wesentlicher Faktor.

Sobald der 27-Jährige am Donnerstag auch gegen Heidenheim den Rasen betritt, hat er unabhängig vom Ausgang schon eine persönliche Bestmarke sicher: Füllkrug wird als erster Spieler überhaupt für drei verschiedene Klubs in der Relegation antreten.

Mit Fürth und Nürnberg scheiterte er - allerdings jeweils als Zweitligist

Zum Ende der Saison 2013/14 kämpfte er mit der SpVgg Greuther Fürth gegen den HSV, 2015/16 im Trikot des 1. FC Nürnberg gegen Eintracht Frankfurt (hier finden Sie alle Relegationsspiele der Bundesliga-Historie). Füllkrugs Bilanz in diesen Partien taugt freilich nicht als gutes Omen. Nicht nur, dass ihm kein Treffer gelang - Füllkrugs jeweiliges Team konnte kein einziges der vier Duelle gewinnen.

Allerdings stand der Angreifer auch jeweils beim Zweitligisten unter Vertrag. Fürth holte im Mai 2014 zunächst ein 0:0 in Hamburg, musste dann nach einem 1:1 vor heimischer Kulisse aufgrund der Auswärtstorregel unglücklich die Segel streichen. Füllkrug wurde in beiden Spielen jeweils in der Schlussphase eingewechselt, ohne Erfolg.

Nach dem verpassten Aufstieg 2016 hätte Werder Füllkrug günstig holen können

Zwei Jahre später war Füllkrug Stammkraft beim Club, absolvierte beide Begegnungen gegen die Eintracht in der Startelf. Auch hier holte der Zweitligist zunächst ein vielversprechendes Auswärts-Remis. Füllkrugs Anteil am 1:1 in der Commerzbank-Arena (Eigentor Russ, Ausgleich Gacinovic) blieb aber überschaubar: Er wurde nach 85 wirkungslosen Minuten ausgewechselt (kicker-Note 5). Im Rückspiel stand Füllkrug 90 Minuten auf dem Rasen (kicker-Note 4), Frankfurt siegte durch einen Treffer von Haris Seferovic 1:0.

Werder hätte seinen einstigen Jugendspieler danach übrigens per Kaufoption für festgeschriebene 1,8 Millionen Euro Ablöse zurückholen können, verzichtete aber. Füllkrug ging nach Hannover, von wo er dann im Sommer 2019 für 6,3 Millionen Euro an die Weser wechselte.

Trotz dieser gewaltigen Preissteigerung ein guter Transfer - wäre Füllkrug nicht wegen eines Kreuzbandrisses neun Monate lang ausgefallen. Doch wenn der 1,89 Meter große Modellathlet einsatzfähig war, wies er seinen immensen Wert stets zuverlässig nach. Gelingt ihm das auch in beiden Spielen gegen Heidenheim, hätte er sich endgültig bezahlt gemacht. Und auch sein persönliches Relegations-Trauma besiegt.

Thiemo Müller

"Tomorrow" und Glatze: Geschichten aus der Relegation