2. Bundesliga

HSV: Trainer Dieter Hecking muss Argumente liefern

Offene Trainerfrage und neue finanzielle Rückschläge beim HSV

Hecking muss Argumente liefern

Dieter Hecking muss Argumente liefern

Bleibt er eine weitere Saison HSV-Coach? Dieter Hecking muss Argumente liefern. imago images

Dieter Hecking, Jonas Boldt und Sportdirektor Michael Mutzel hatten die HSV-Profis am Montag nach dem 1:5-Debakel gegen Sandhausen noch einmal im Volksparkstadion versammelt, es waren die letzten Arbeitstage der Leihspieler Joel Pohjanpalo, Jordan Beyer, Louis Schaub, Adrian Fein und Martin Harnik, auch für Christoph Moritz und Jairo wird es nicht weitergehen; Motivationscoach Patrick Esume verabschiedete sich ebenso. Die Antwort auf die zentrale Frage soll in den kommenden Tagen in gemeinsamen Analysegesprächen herausgearbeitet werden: Kann ein Neustart mit Hecking gelingen? Oder sprechen Zweifel und Argumente am Ende gegen den Routinier und für einen neuen Coach? Klar ist nur die Richtung: Es soll einen neuen Anlauf Richtung Bundesliga geben.

"Ein weiteres Jahr in der 2. Liga erweitert nicht unsere finanziellen Möglichkeiten, aber unsere Ziele und Ambitionen müssen bleiben", erklärt Boldt, "wir könnten nicht vermitteln, dass der HSV nur im Zweitliga-Mittelfeld mitspielen will." Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass diese Ziele auch Heckings Ansprüchen gerecht werden, der eine Verlängerung im Unterhaus bislang immer an "bestimmte Voraussetzungen" geknüpft hat. Grundsätzlich erneuert der Sportvorstand zwar auch nach dem krachenden Scheitern seine Bereitschaft, mit Hecking weiterzumachen. "Es ist auf jeden Fall eine Basis da." Es soll in den Gesprächen über eine gemeinsame Zukunft jedoch nicht allein darum gehen, dem Coach mögliche Bedingungen hinsichtlich des künftigen Personals zu ermöglichen, sondern auch darum, welche Ansätze Hecking selbst liefert, um der Richtige für einen weiteren Versuch zu sein.

Denn klar ist: Hecking hat mit Platz 4 trotz diverser Aufstiegs-Möglichkeiten auf dem Silbertablett die Ziele letztlich krachend verfehlt und sich nicht in die Position gebracht, dass eine mögliche gemeinsame Zukunft allein von seiner Bereitschaft abhängig ist. Boldt rühmt ausdrücklich den zwischenmenschlichen Aspekt und den geradlinigen Charakter von Hecking, er lässt intern aber auch keine Kritik an der Qualität des Kaders aufkommen. Voraussetzung für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit ist daher eben auch, wie Heckings Fehleranalyse ausfällt und welche Wege er aufzeigt. Unter Zeitdruck will sich Boldt bei dieser Frage nicht setzen lassen. "Diese Entscheidung muss sorgfältig getroffen werden."

Dem HSV fehlen rund sechs Millionen Euro

Erschwerend hinzu kommen bei den Planspielen zwei wirtschaftliche Rückschläge: Nach Informationen der "Bild" machte Hauptsponsor "Emirates" von seiner Ausstiegs-Option Gebrauch und wirbt künftig nicht mehr auf der HSV-Brust. Außerdem wird Klaus-Michael Kühne nicht für ein weiteres Jahr die Namensrechte am "Volksparkstadion" erwerben. Damit fehlen dem Klub rund sechs Millionen Euro.

Lesen Sie auch einen Kommentar zum Thema: Totalschaden des HSV - mit verheerenden Folgen?

Sebastian Wolff

kicker.tv Stimme

Hecking: "Die Verantwortung muss ich dann schon übernehmen"

alle Videos in der Übersicht