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Ärger bei Barça: Messi ignoriert Co-Trainer - und Suarez kritisiert Setien

Unruhe in Barcelona - Trainer räumt Differenzen mit dem Team ein

Messi ignoriert Co-Trainer - und Suarez kritisiert Setien

Gekonnt ignoriert: Lionel Messi interessierte sich nicht für die Anweisungen von Co-Trainer Eder Sarabia.

Gekonnt ignoriert: Lionel Messi interessierte sich nicht für die Anweisungen von Co-Trainer Eder Sarabia. Getty Images

Der Wind hat sich gedreht. Mit zwei Punkten Vorsprung vor Real Madrid ging der FC Barcelona in die Corona-Pause, inzwischen sind daraus zwei Punkte Rückstand geworden. Der direkte Vergleich spricht auch für die Königlichen, genauso wie die Form. Während Barça sich zwei Remis in den vergangenen drei Spielen leistete, gewann Real jedes Spiel seit dem Re-Start. Sechs Ligaspiele stehen noch aus. Sollten die Katalanen am morgigen Dienstag gegen Atletico Madrid (LIVE! ab 22 Uhr bei kicker) wieder patzen, könnte eine Vorentscheidung fallen.

Und es spricht so einiges dafür, vor allem, weil Trainer und Mannschaft keine Einheit mehr zu bilden scheinen. Luis Suarez kritisierte Setien nach dem 2:2 in Vigo recht offen. "Wir verlieren auswärts zu viele Punkte, das war früher anders", sagte der Uruguayer, nachdem Punkt Nummer 24 und 25 in dieser Saison in der Fremde liegen gelassen wurden. Aber, sagte Suarez, "ich denke, dass Trainer dafür da sind, so etwas zu analysieren".

Co-Trainer Eder Sarabia ohne Lobby

Das tut Setiens Co-Trainer gerne, nur gefallen dessen Analysen der Mannschaft offenbar nicht. Während einer Trinkpause versuchte Eder Sarabia Lionel Messi Anweisungen zu geben. Doch der Argentinier ignorierte den Assistenten konsequent, wie auf Videoaufnahmen zu sehen ist. Sarabia soll bei den Profis jeglichen Kredit verspielt haben, weil er das Team während des verlorenen Clasico im März (0:2 bei Real Madrid) von der Seitenlinie aus lautstark kritisiert hatte. Am Sonntag soll es beim Training zum nächsten Eklat gekommen sein, es habe eine lautstarke Diskussion gegeben: Laut "Radio Barcelona" wollen Messi, Suarez & Co. ihre Anweisungen in Zukunft lieber von Setien erhalten als von Sarabia.

Stelle ich vier Junge auf und gewinne nicht, verliere ich meinen Job.

Quique Setien

Schwere Kost für den Chef, der es bei Barça nicht leicht hat - das findet Setien sogar selbst. In Vigo ließ er den seit fünf Spielen torlosen 120-Millionen-Einkauf Antoine Griezmann draußen, brachte den 17-jährigen Ansu Fati. Ein überfälliger Schritt, der Setien dennoch Bauchschmerzen bereitete. "Es liegt nicht nur an mir, die Jungen spielen zu lassen, das ist auch eine Entscheidung des Klubs. Wenn man die besten Spieler der Welt hat, ist es schwer, Talente zu bringen. Stelle ich vier Junge auf und gewinne nicht, verliere ich meinen Job." Ein autarker und vor Selbstvertrauen strotzender Trainer klingt sicherlich anders.

Am Montag versuchte Setien naturgemäß, die Wogen zu glätten. Probleme mit der Mannschaft? Kontroversen gebe es immer mal, so sei das eben im Leben. "Ich war damals auch kein einfacher Spieler." Es gebe aber eine "gute Kommunikation" und ein "gutes Verhältnis" zum Team. "Es gibt bestimmte Momente, in denen es Differenzen geben kann, aber ich sehe kein nennenswertes Problem." Die Zeit, so Setien, werde jeden an seinen Platz bringen.

Setien hilft nur ein Titel - Xavi steht bereit

Doch wohin führt sie Setien? Elf Siege, drei Remis und drei Niederlagen (2,12 Punkte pro Spiel), so lautet seine Bilanz seit Amtsantritt im Januar. Unter Vorgänger Ernesto Valverde (2,08 Punkte pro Spiel) war sie ähnlich. Setien konnte sein Versprechen, hin zu attraktiverem Fußball, nicht einlösen. Sollte der 61-Jährige keinen Titel mehr holen, gibt es kaum Argumente für seine Weiterbeschäftigung - zumal mit Vereinslegende Xavi längst ein potenzieller Nachfolger gefunden scheint.

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Unruhe in Barcelona und Kritik an Setien: "Das Spiel zu gewinnen, ist elementar wichtig"

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