Bundesliga

BVB macht 45 Millionen Euro Verlust

Corona führt zu Riesenminus

BVB macht 45 Millionen Euro Verlust

Enttäuschte BVB-Profis nach dem 0:2 gegen Mainz am 32. Bundesliga-Spieltag.

Enttäuschte BVB-Profis nach dem 0:2 gegen Mainz am 32. Bundesliga-Spieltag. picture alliance

Schon am 16. März hatte die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA ihre Gewinnprognose fürs laufende Geschäftsjahr einkassiert. Zum zehnten Mal in Serie hätte es eigentlich ein positives Jahresergebnis geben sollen, "im mittleren einstelligen Millionenbereich", wie auf Seite 148 des letztjährigen Geschäftsberichtes nachzulesen war.

Doch davon war schon vor dreieinhalb Monaten keine Rede mehr. Der BVB zog seine Gewinnprognose zurück und gab auch keine neue ab. Dass die Zahlen vor dem Hintergrund dramatisch wegbrechender Einnahmen tiefrot ausfallen würden, zeichnete sich in den vergangenen Wochen immer deutlicher ab. Jetzt kündigt der Konzern bei einem EBITDA (Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) von 62 Millionen Euro einen auch in dieser Größenordnung zu erwartenden Verlust von 45 Millionen Euro an.

Die Heimspiele ohne Zuschauer reißen eine Lücke

Die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Ertragssituation des Vizemeisters ist immens. Allein fünf Heimspiele ohne Zuschauer im größten Stadion Deutschlands bedeuten Mindereinnahmen in Höhe von 15 Millionen Euro. Weil das BVB-Reisebüro, die "besttravel dortmund GmbH", eine hundertprozentige Tochterfirma, keine Reisen mehr verkauft oder die "BVB Event & Catering GmbH" keine Veranstaltungen mehr organisiert und beliefert, brechen weitere Erlösfelder weg.

Auch bei den TV-Geldern oder im Merchandising gingen die Umsätze zurück. "Darüber hinaus", heißt es in der Ad-hoc-Mitteilung vom Montag, "sind Minderungen und/oder Rückerstattungen von Werbe- und Hospitalityerlösen erfolgt". Erschwerend hinzu komme, "dass der globale Transfermarkt (...) nahezu vollständig zum Erliegen gekommen ist".

Dortmund sieht sich gewappnet, "die Verluste zu tragen"

Der BVB mit seinem besonders werthaltigen Kader (an der Spitze Jadon Sancho mit einem Marktwerkt von mehr als 100 Millionen Euro) sieht sich nach dem aktuellen Kassensturz jedoch gewappnet, "die Verluste zu tragen". Dortmund verweist dabei auch auf die gute Ertragslage in den vergangenen Geschäftsjahren. Und: Noch in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2019/20 befand sich der Klub wirtschaftlich auf Wachstumskurs (297,4 Millionen Euro Bruttokonzerngesamtleistung, drei Millionen Euro Gewinn). Das Eigenkapital betrug zum Stichtag 30. Juni 2019 354,9 Millionen Euro.

Um die Situation zu meistern, verspricht Dortmunds Geschäftsführung "die Erarbeitung neuer Konzepte und Maßnahmen für den Start der Saison 2020/21".

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Thomas Hennecke

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