DFB-Pokal

Sven Bender vor dem Finale: "Es reicht kein guter Tag!"

Leverkusens Defensivmann verspürt "extreme Vorfreude"

Sven Bender vor dem Finale: "Es reicht kein guter Tag!"

Sven Bender

Sven Bender weiß, wie man den DFB-Pokal gewinnt: Mit Borussia Dortmund holte er "den Pott" 2012 und 2017. imago images

Nein, Sven Bender will sich keine Probleme einreden lassen, wo keine sind. Natürlich, so räumt Leverkusens Abwehrchef ein, lebe ein Pokalfinale auch immer von der grandiosen Atmosphäre, die in Stadt und Stadion herrschen.

Normalerweise - diesmal nicht. Auch in Berlin wird ohne Fans gespielt. Dennoch gilt: "Nein, kein Problem. Das Spiel bleibt trotzdem ganz speziell, ganz besonders. Ein Finale erreicht man nicht jeden Tag. Und deshalb ist es für uns eine Riesengeschichte, die Vorfreude ist extrem."

"Das ist die stärkste Mannschaft in Deutschland"

Bayer Leverkusen geht am Samstag als Außenseiter in die Partie gegen den FC Bayern, dessen sind sich alle bewusst bei der Werkself. "Das ist die stärkste Mannschaft in Deutschland", sagt Bender, "die Bayern gehören europäisch, ja weltweit zu den Top-Mannschaften. Das haben sie in der Liga eindrucksvoll erwiesen."

Seit heute ist der Fokus in Leverkusen auf Berlin gerichtet, "das gehört zur Top-Vorbereitung", merkt Bender an. Die Enttäuschung über Platz fünf darf keinen Platz mehr finden in den Köpfen der Spieler: "Wir müssen extrem fokussiert sein. Wir wissen, wir brauchen einen sehr, sehr guten Tag. Es reicht kein guter Tag. Und dazu noch etwas Glück", prophezeit der Abwehrspieler, der fordert: "Wir müssen das Bewusstsein schaffen, dass wir die Möglichkeit haben, einen Titel zu gewinnen. Wir sind ihm sehr nahe. Deshalb müssen wir gierig sein."

Der Sieg in der Hinrunde als Mutmacher?

Sich die Möglichkeit immer vor Augen halten, in einem Spiel etwas Großes gewinnen zu können, ist offensichtlich eine ganz wichtige Zutat in der Rezeptur, die letztlich zur Überraschung verhelfen soll. Und es ist ja nicht so, als wüsste man nicht, wie auch die "Flick-Bayern" zu schlagen sind. Am 13. Spieltag gelang dies Bayer, in der Allianz-Arena traf Leon Bailey zweimal zum 2:1-Sieg, ein glücklicher Erfolg war das damals, unverdient war er nicht. Aber: "Seitdem haben sie sich extrem entwickelt, sie sind unfassbar schwer zu bespielen. Das zeigt sich ja anhand der eindrucksvollen Statistik in der Rückrunde."

Gleichwohl habe man "Waffen, um ihnen wehzutun", sagt Bender, "wir müssen mutig sein und sie komplett auf den Platz bringen." Nur dann könne man diesem Gegner Schmerz zufügen. Ein Sieg hätte einen "extrem hohen Stellenwert" für jeden in Leverkusen, "für den ganzen Verein, die Mitarbeiter, für uns als Mannschaft."

Frank Lußem

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