2. Bundesliga

Dresden: Polizei eröffnet Verfahren nach Fan-Versammlung

Missachtung von Abstandsregeln und Abbrennen von Pyrotechnik

Dresden: Polizei eröffnet Verfahren nach Fan-Versammlung

Fans und Spieler in Dresden

Nach dem Spiel gegen Osnabrück zeigte sich die Mannschaft von Dynamo Dresden zahlreich wartenden Fans vor dem Stadion - die aber teilweise die Corona-Regeln missachteten. imago images

Dresdens Abstieg stand bereits nach dem 33. Spieltag so gut wie fest, entsprechend hatte das Heimspiel gegen den VfL Osnabrück keinen großen Wert mehr, hätten die Sachsen doch drei Punkte und einen 14-Tore-Rückstand aufholen müssen. Die SGD muss den vierten Gang in die Drittklassigkeit (nach 1995, 2006 und 2014) durch das Remis als Tabellenletzter antreten.

Angesichts dieser sportlichen Enttäuschung umso bemerkenswerter waren die Szenen, die sich nach der Partie vor dem Stadion abspielten - allerdings mit einem bitteren Beigeschmack. Rund 2000 Fans hatten sich versammelt und die Solidarität zu ihrem Verein unterstrichen, damit aber gegen die geltenden Regeln während der Corona-Pandemie verstoßen.

Die Mannschaft sowie die Verantwortlichen schien das nicht davon abzuhalten, die Nähe zu den Anhängern zu suchen. Das Team zeigte sich im Stadionumlauf, auch der scheidende Sportdirektor Ralf Minge verabschiedete sich von den Fans. In den sozialen Netzwerken ging der Klub, trotz Missachtung der Abstandsregeln, offensiv mit der Szenerie um und verbreitete auf Twitter ein Video mit dem Titel: "Dresden ist eben anders".

Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten

Ob die spontane Feier ein Nachspiel durch die DFL hat, steht noch nicht fest. Die Liga hatte in einem ähnlichen Fall bei Union Berlin Geldstrafen verhängt - allerdings hatten bei den Eisernen einzelne Spielern unmittelbaren körperlichen Kontakt zu den Fans. Und der Vorfall ereignete sich, anders als jetzt in Dresden nach dem letzten Spieltag, während der laufenden Saison.

Die Dresdner Polizei, die eine Straße vor dem Stadion kurzerhand sperren musste, leitete derweil Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten ein. Dabei spielten nach Angaben der Polizei aber nicht nur die missachteten Abstandsregeln eine Rolle. Auch das vereinzelte Abbrennen von Pyrotechnik werde verfolgt.

Zu spontanen Fan-Ansammlungen war es nicht nur in Dresden gekommen. Auch in Bielefeld und Stuttgart hatten sich am Sonntag ähnliche Szenen abgespielt.

pau/dpa