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Der Sushi-Coup: Arjen Robben spielt noch "einen Monat oder zwei Jahre"

Beim FC Groningen schließt sich der Kreis

Der Sushi-Coup: Robben spielt noch "einen Monat oder zwei Jahre"

Arjen Robben

Zurück im alten Gewand: Arjen Robben im Trkot des FC Groningen. imago images

Der Durchbruch kam bei rohem Fisch. Es war also kein Zufall, dass Arjen Robben einen Sushiteller bei seiner Vorstellung überreicht bekam. In einem asiatischen Restaurant hatte Groningens Sportdirektor Mark-Jan Fledderus den Flügelspieler im Mai in München tatsächlich davon überzeugt, seine Karriere fortzusetzen.

Doch ein anderer Sportdirektor hätte wohl auch beim besten Sushi der Welt keine Chance gehabt, Robben wieder zurück auf den Platz zu bringen. Sagt zumindest Robben: "Warum ich das tue? Das kann ich mit einem Wort beschreiben: Klubliebe. Ich würde das für keinen anderen Verein machen", sagte Robben, der einen Einjahresvertrag erhielt, bei seiner Vorstellung am Sonntagnachmittag in Groningen.

Dazu muss man wissen, dass Robben den Grün-Weißen viel verdankt. Der mittlerweile 36-Jährige, der aus dem nicht weit entfernten Bedum stammt, trat 1996 der Jugendakademie des Klubs bei. Er debütierte mit 16 Jahren bei den Profis, bestritt von 2000 bis 2002 46 Spiele - dann lockte Eindhoven. Über die PSV ging es zu den ganz großen europäischen Klubs: FC Chelsea, Real Madrid, FC Bayern München.

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Robben wird eine Attraktion sein, keine Frage. Doch kann er Groningen auch sportlich weiterhelfen? "Ich fühle mich fit", sagt der Routinier, schon vor Wochen hat er in München mit dem Training begonnen. Bis 12. September hat er noch Zeit, sich auf ein gehobenes Level zu bringen, dann soll die Saison in der Eredivisie beginnen. Die wegen Corona abgebrochene Spielzeit beendete Groningen auf dem neunten Platz. "Ich habe ein sehr gutes Gefühl für die Zukunft."

Vielleicht ist es in einem Monat vorbei, vielleicht auch erst in zwei Jahren.

Arjen Robben

Doch Robben ist auch Realist, seine Verletzungsanfälligkeit wohlbekannt. "Vielleicht ist es in einem Monat vorbei, vielleicht auch erst in zwei Jahren. Ich gehe es positiv an. Wir machen das Beste daraus und sehen dann, wohin es führt." Zunächst läuft sein Vertrag für ein Jahr. "Aber das kann auch ein Comeback für nur ein oder zwei Wettkämpfe werden. Ich werde niemals 34 Spiele bestreiten, das ist mir noch nie in einem Jahr gelungen." Dass sein Körper nicht mitspielt, hält er für nicht ausgeschlossen, "aber wenn ich es nicht probiere, werden wir das nie wissen. In meinen Augen habe ich nichts zu verlieren." Noch sei es weniger ein Comeback als ein "Versuch".

Es wird übrigens bei einem Vereins-Comeback bleiben, versicherte Robben mit einem Augenzwinkern. "Die EM steht nicht auf der Tagesordnung", versicherte der Vize-Weltmeister von 2010.

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