Bundesliga

Rose und mehr: Vier Gründe für Platz vier

Gladbach macht die Champions League klar

Rose und mehr: Vier Gründe für Platz vier

Viel richtig gemacht: Gladbachs Trainer Marco Rose.

Viel richtig gemacht: Gladbachs Trainer Marco Rose. imago images

Der Trainer Marco Rose: die "Schlüsselfigur"

Für Max Eberl ist Marco Rose "die Schlüsselfigur des Erfolgs". "Marco", so Borussias Sportdirektor im ZDF, "passt unfassbar gut zu Borussia Mönchengladbach. Er hat einen sensationellen Job gemacht." Unzweifelhaft lieferte der Trainerwechsel von Dieter Hecking zu Rose im vergangenen Sommer den gewünschten Impuls. Rose hat die Spieler mit seiner leidenschaftlichen und begeisternden Art erreicht, sofort hinter sich gebracht. Enthusiastisch und lernwillig stürzte sich die Mannschaft auf die neue Spielidee. Das Resultat: Ein Offensivfußball mit einem Mix aus Geschwindigkeit, Physis und der schon aus den Vorjahren bekannten Spielstärke. Viele schöne Tore. Oft auch spektakuläre Auftritte. 66 Treffer erzielten die Borussen unter Rose. 55 waren es vergangene Saison unter Hecking.

Die Transfers: Topleute und kein Fehlgriff

Wieder einmal bewiesen Eberl und Borussias Scoutingabteilung ein hervorragendes Auge bei der Suche nach Verstärkungen. Marcus Thuram (kam für 9,5 Millionen Euro von EA Guingamp) zählt in der Bundesliga zu den Senkrechtstartern und stieg mit zehn Toren und acht Assists intern sofort zum zweitbesten Scorer hinter Alassane Plea (zehn Tore, elf Vorlagen) auf. Der von Schalke geholte Breel Embolo (Ablöse zehn Millionen Euro) blühte in Gladbach richtiggehend auf und untermauerte seine starken Leistungen mit acht Toren und acht Treffern, Platz drei im Team-Ranking. Als ganz wesentliche Verstärkungen entpuppten sich zudem auf den beiden Außenbahnen Stefan Lainer (RB Salzburg, zehn Millionen Euro) und Ramy Bensebaini (Stade Rennes, 7,5 Millionen Euro). Fehlgriffe auf dem Transfermarkt im vergangenen Sommer? Keiner!

Die Qualität: Fundament und Entwicklungen

Nur an Rose und den Neuen liegt der Leistungssprung nicht. Qualität war in Gladbachs Kader auch schon vor Thuram und Co. reichlich vorhanden. Der Unterschied zu den Vorjahren: Viele Spieler machten noch mal einen - teilweise großen - Schritt in ihrer Entwicklung (Matthias Ginter, Denis Zakaria, Florian Neuhaus, Nico Elvedi, Laszlo Benes), andere wiederum spielten stark wie seit Jahren nicht (Patrick Herrmann). Zusammen mit den Konstanten Yann Sommer, Lars Stindl, Alassane Plea, Christoph Kramer, Jonas Hofmann, Tony Jantschke, Oscar Wendt oder Tobias Strobl konnte Rose auf ein starkes Fundament bauen.

kicker.tv Trainerstimme

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Die Stabilität: 25 Spieltage unter den Top Vier

Gladbach überzeugte mit Beständigkeit. Die Borussia stand an 25 der 34 Spieltage unter den Top-4. Nach 35 Punkten in der Hinrunde wurden 30 Zähler nachgelegt. Der Vergleich zum Vorjahr: 33 Punkte in der ersten Saisonhälfte, nur 22 in der Rückrunde. Schwere Rückschläge musste die Mannschaft auch in der ersten Saison unter Rose hinnehmen, zum Beispiel das 0:4 gegen den Wolfsberger AC, das Europa-League-Aus gegen Basaksehir FK (1:2), der Pokal-K.o. in Dortmund (1:2) oder der verpatzte Rückrundenauftakt auf Schalke (0:2). Trotzdem kam die Mannschaft immer wieder stark zurück. Wie im Saisonfinale mit den drei Siegen in Folge, nachdem man durch die Niederlagen in Freiburg (0:1) und beim FC Bayern (1:2) am 31. Spieltag auf Platz fünf zurückgefallen war. Eberl lobt: "Nach Rückschlägen sind wir immer wieder aufgestanden und stabil geblieben. Unter dem Strich haben wir eine konstante und richtig gute Saison gespielt." Der Lohn: Die Borussia darf ihre dritte Champions-League-Teilnahme feiern.

Jan Lustig

Bilder zur Partie Bor. Mönchengladbach - Hertha BSC