Bundesliga

Cuisance nutzt seine Chance

Mittelfeldspieler wird zur Alternative

Cuisance nutzt seine Chance

Michael Cuisance

Nutzte seine Chance mit drei Startelfeinsätzen: Michael Cuisance. imago images

So unklar der Rahmenterminkalender für 2020/21 teilweise noch ist, auf eines kann sich der Deutsche Meister FC Bayern bereits jetzt einstellen: Ihn erwartet ein Mammutprogramm inklusive Champions-League-Finalrunde im August, verspätetem Saisonstart und wohl ohne Winterpause. Die 2021 nachgeholte EM verursacht zusätzlichen Zeit- und Termindruck. Kein Wunder also, dass sich Trainer Hansi Flick einen breiten Kader wünscht, um auf Ausfälle und Ermüdungserscheinungen reagieren zu können. Eine ernsthafte interne Alternative hat sich zuletzt von Woche zu Woche mehr herauskristallisiert: Michael Cuisance.

Drei Startelfeinsätze

Nach einer langen Anlaufphase durfte der französische Mittelfeldspieler in den vergangenen Wochen dreimal in der Startelf ran und steigerte sich dabei kontinuierlich. Beim 4:0 in Wolfsburg spielte der 20-Jährige zum ersten Mal über die vollen 90 Minuten und zeigte seine bislang beste Leistung im Trikot des Rekordmeisters inklusive Traumtor und herausgeholtem Elfmeter. "Wir alle können sehr zufrieden und auch glücklich sein, dass Micha so ein gutes Spiel gemacht und ein tolles Tor geschossen hat, das uns auch mehr Sicherheit gegeben hat", sagte Flick nach dem Sieg und lobte seine Nummer 11: "Er hat sich das verdient, nach Corona sehr gut gearbeitet, auch an seiner Fitness. Dass er ein klasse Fußballer ist, hat er schon immer bewiesen. Jetzt geht er auch mit der nötigen Mentalität, die man braucht, ran an die ganze Sache."

Mit viel Getöse hatte Cuisance im vergangenen Sommer seinen Wechsel von Mönchengladbach nach München erzwungen, stolze zwölf Millionen Euro legten die Bayern für das Talent auf den Tisch. Lange roch das nach einem ziemlich guten Geschäft für die Borussen. Cuisances Statistik warf nach der Hinrunde nur zwei Kurzeinsätze aus, er fehlte zwischendurch verletzt und fiel bei der Abkommandierung in die 2. Mannschaft mit Disziplinlosigkeiten auf.

Cuisance entspannt die Thiago-Debatte ein wenig

Flicks Worte lassen keine andere Interpretation zu, als dass Cuisance nun kapiert hat, wie man als Profi beim FC Bayern zu arbeiten hat. Sonst hätte er ihm zuletzt nicht diese Einsatzchancen gegeben. Und auch wenn der Franzose manchmal hektisch und übermotiviert wirkt sowie den ein oder eigenen Fehlpass einstreut, hat er sein Talent offenbart. Anders ausgedrückt: Er hat seine Chance genutzt. Auch mit Hinblick auf die ungewisse Zukunft Thiagos keine schlechte Erkenntnis für den FC Bayern.

Frank Linkesch

Bilder zur Partie VfL Wolfsburg - Bayern München