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Am Ziel: Alba Berlin feiert neunte deutsche Meisterschaft

BBL-Finalturnier: Knapper Sieg im Rückspiel reicht

Am Ziel: Alba Berlin feiert neunte deutsche Meisterschaft

Alba Berlin

Deutscher Meister 2019/20: Alba Berlin. picture alliance

In souveräner Manier hat Alba Berlin beim außergewöhnlichen Finalturnier der Basketball-Bundesliga triumphiert und seine ersehnte neunte Meisterschaft gewonnen. Der Hauptstadtclub setzte sich am Sonntag in München mit 75:74 (42:35) auch im zweiten Endspiel gegen die MHP Riesen Ludwigsburg durch und holte erstmals seit 2008 wieder den Titel. Bereits das Final-Hinspiel hatte Alba mit 88:65 für sich entschieden und löste den früh gescheiterten Titelverteidiger und Gastgeber FC Bayern ab.

Das Aito-Team war als Mitfavorit in das BBL-Finalturnier in München gestartet und hatte diesen Status schon in der Gruppenphase eindrucksvoll unterstrichen. Die Albatrosse zogen mit vier Siegen in die K.-o.-Runde ein. Im Viertelfinale setzten sie sich gegen die BG Göttingen durch und ließen auch den EWE Baskets Oldenburg im Halbfinale keine Chance.

"Alba ist ein würdiger Meister. Sie haben generell eine starke Saison gespielt, schon den Pokal geholt. Alba war klar das beste Team im Turnier", sagte BBL-Chef Stefan Holz der Deutschen Presse-Agentur und gratulierte auch dem Finalgegner. "Ludwigsburg war mehr als ein Geheimtipp und hat eine tolle Saison gespielt, vielleicht die beste ihre Geschichte."

BBL-Finalturnier by MagentaSport

Alba hält Ludwigsburg in Schach und feiert in München

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Wie schon beim Pokal-Triumph vor gut vier Monaten konnte Alba sein Finaltrauma überwinden. In den vergangenen beiden Saisons waren die Berliner jeweils an den Münchnern gescheitert, hatten unter Aito insgesamt fünf Titelchancen in Endspielen vergeben.

Baldi: "Es ist eine totale Freude, einen Titel zu gewinnen"

"Wir waren in 30 Jahren von Alba wettbewerbsübergreifend 34-mal in Finalspielen - das zeigt unseren Anspruch, das zeigt, wie wir uns immer wieder neu erfunden haben. Aber klar, das Salz in der Suppe sind die Titel", sagte Geschäftsführer Marco Baldi bei MagentaSport. "Es ist eine totale Freude, einen Titel zu gewinnen. Die Entwicklung von Alba Berlin wird das aber nicht dramatisch beeinflussen."

So ist beispielsweise offen, ob der 73 Jahre alte Aito womöglich doch noch eine Saison in Berlin dranhängt. Leistungsträger wie Peyton Siva und Luke Sikma besitzen noch einen Vertrag über den Sommer hinaus, der Verbleib des starken Isländers Martin Hermannsson ist hingegen ungeklärt.

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Zwei Tage nach dem deutlichen Hinspielsieg ließ Alba von Beginn an keine Zweifel am Titelgewinn. Sikma zeigte einen Rückwärts-Traumpass über seinen Kopf auf Center Landry Nnoko. Zwar lag Ludwigsburg früh mit 9:5 vorne, mit zwei getroffenen Distanzwürfen drehte Berlins Schwede Markus Eriksson aber die Partie.

Holz: "Es hätte nicht besser laufen können"

Alba war treffsicher von der Dreipunkte-Linie und spielte seine Erfahrung aus. Bei 15 Punkten Vorsprung gegen Ende des dritten Viertels schien die Partie entschieden, Ludwigsburg kämpfte sich aber nochmal heran. Bei den Riesen durften sich wieder mehrere deutsche Youngster beweisen, darunter auch die Trainersöhne Johannes und Jacob Patrick.

Für die Endspiel-Teilnehmer endete am Finaltag auch nach mehr als drei Wochen die Zeit im gemeinsamen Quarantäne-Hotel. "Es hätte nicht besser laufen können", resümierte Ligachef Holz das Turnier. Spätestens Mitte Oktober soll die nächste Saison beginnen - die Liga hofft dann wieder auf Zuschauer in den Arenen.

MHP Riesen Ludwigsburg - Alba Berlin 74:75 (11:21,24:21,19:25,20:8)

Punkte MHP Riesen Ludwigsburg: Wimbush II 19, Smith 15, Weiler-Babb 14, Herzog 8, Wohlfarth-Bottermann 7, Myers 5, Brase 3, Jacob Patrick 3
Alba Berlin: Giffey 14, Hermannsson 14, Eriksson 13, Nnoko 12, Thiemann 7, Ogbe 6, Delow 3, Giedraitis 3, Siva 3

dpa