Bundesliga

Rund um die Schalker Arena: Über 1000 Fans demonstrieren gegen Klubführung

Ex-Profi Eigenrauch gehört der Protestbewegung ebenfalls an

Rund um die Schalker Arena: Über 1000 Fans demonstrieren gegen Klubführung

Fans des FC Schalke 04 demonstrieren nahe der Arena gegen Clemens Tönnies und den Vorstand.

Der Frust sitzt tief: Fans des FC Schalke 04 demonstrieren nahe der Arena gegen Clemens Tönnies und den Vorstand. imago images

Proteste, Banner und Menschenkette: Etwa 1000 Anhänger des FC Schalke 04 haben am Samstag rund um die Veltins-Arena gegen den Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies und den Vereinsvorstand des Bundesligisten, der mit dem saisonabschließenden wie deutlichen 0:4 beim SC Freiburg nun schon seit 16 Spielen ohne Sieg ist und seit dem 17. Januar 2020 (2:0 gegen Gladbach) auf einen Dreier wartet, demonstriert. Zeitgleich zu diesem letzten Bundesliga-Saisonspiel der Mannschaft von Trainer David Wagner bildeten die Fans unter Einhaltung der Hygienevorschriften in dieser Corona-Krise eine Menschenkette am Vereinsgelände Berger Feld.

Unter den Protestlern war auch Ex-Profi Yves Eigenrauch, UEFA-Cup-Sieger von 1997. "Als Schalker musste man sich in letzter Zeit schämen. Das hat mit Kumpel- und Malocherklub nichts mehr zu tun", sagte Mitorganisatorin Katharina Strohmeyer am Samstag. "Wir erwarten, dass die Vereinsführung unser Leitbild lebt. Wenn nicht, brauchen wir einen Neuanfang."

"Der größte Bulldozer hilft nicht mehr!"

An mehreren Punkten hatten die Schalker Fans ihre Botschaften auf großen Bannern platziert. "Unser Vorstand - ein sozialer und moralischer Flop!", monierten sie. "Der größte Bulldozer hilft nicht mehr! Tönnies raus!", lautete an anderer Stelle die eindeutige Forderung. Auch die von Tönnies neu angestoßene Diskussion um die Ausgliederung der Profi-Abteilung in einen Wirtschaftsbetrieb ist für die Fans eine grauenhafte Vorstellung. Sie fürchten den Einfluss von Investoren. "Der FC Schalke 04 e.V. ist und bleibt ein Verein - im Sinne des deutschen Vereinsrechts!", stand an der "Tausend-Freunde-Mauer" direkt neben dem Arena-Eingang.

"Kein Kumpel, kein Malocher: Tönnies raus!"

Die Fans des FC Schalke 04 bringen ihren Unmut gegenüber Clemens Tönnies zum Ausdruck: "Kein Kumpel, kein Malocher." imago images

Der Fleisch-Unternehmer aus Rheda-Wiedenbrück ist dabei das Hauptziel der Proteste. Seit Tagen sorgen die massenhaften Corona-Infektionen in den Tönnies-Werken und die viel kritisierte Unterbringung und Bezahlung der Werksarbeiter - vornehmlich aus Polen, Rumänien und Bulgarien - für negative Schlagzeilen. Aber auch der Vorstand mit Alexander Jobst und Jochen Schneider wird wegen einiger Fehlentwicklungen, so der Kündigung von geringfügig Beschäftigten und der "Härtefall-Regelung" bei der Ticketrückerstattung, kritisiert.

Einschränkungen für 640.000 Menschen

In der Folge des Coronavirus-Ausbruchs müssen 640.000 Menschen in den westfälischen Kreisen Warendorf und Gütersloh nach Behördenanordnung erneut große Einschränkungen ihres öffentlichen Lebens in Kauf nehmen, was für großen Unmut in der Bevölkerung sorgt.

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Für viele Schalke-Fans ist der 64 Jahre alte Tönnies, der seit 2001 Chef des Aufsichtsrats ist, längst nicht mehr tragbar, weil er ihrer Meinung das Ansehen des Klubs beschädigt. "Wenn er den Verein liebt, soll er loslassen", forderte Strohmeyer. Die Stimmung hatte bereits im vergangenen August zu kippen begonnen, als Tönnies nach einer vielzitierten Äußerung gegen Afrikaner unter Druck geraten war.

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mag/dpa

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