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"Komplett inakzeptabel": FC Liverpool verurteilt wilde Fan-Feiern

Bürgermeister sieht Namen des Klubs "beschmutzt"

"Komplett inakzeptabel": FC Liverpool verurteilt wilde Fan-Feiern

Liverpool

Freitagabend in Liverpool: Ohne auf die Abstandsregeln zu achten, feiern Fans die Meisterschaft. imago images

Nicht nur direkt nach dem Schlusspfiff hatten sich vor dem Stadion an der Anfield Road am späten Donnerstagabend Tausende Menschen versammelt, um die erste Meisterschaft seit 30 Jahren zu feiern. Auch am Freitagabend kamen am Pier Head, einem Platz im Hafengebiet am Ufer des River Mersey, wieder mehrere 1000 Menschen zusammen und scherten sich wenig um die wegen der Corona-Pandemie geltenden Abstandsregeln.

In einer gemeinsamen Erklärung mit der Stadtverwaltung und der Merseyside Police bezeichnete der FC Liverpool das Verhalten seiner Anhänger auf seiner Internetseite angesichts der Gesundheitskrise, in der sich die Stadt immer noch befinde, als "komplett inakzeptabel". In der vergangenen Woche habe man die Menschen immer wieder daran erinnert, dass die Region immer noch unverhältnismäßig hoch von der COVID-19-Pandemie betroffen sei. Dennoch hätten sich viele dazu entschieden, die Abstandsregeln zu ignorieren und die öffentliche Sicherheit zu gefährden.

"Die Gefahr einer zweiten Welle besteht weiterhin und wir müssen zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass wir nicht alles zunichtemachen, was wir in der Region während des Lockdowns erreicht haben", hieß es in dem Statement weiter. Der Klub wies darauf hin, dass es eine Siegesparade geben werde, sobald dies wieder sicher sei.

"95 Prozent der Anhänger haben sich bemerkenswert gut verhalten. Und trotzdem hat eine winzige Minderheit den Namen des Liverpool FC beschmutzt.

Bürgermeister Joe Anderson

"95 Prozent der Anhänger haben sich bemerkenswert gut verhalten und sich an unsere Appelle gehalten, sich nicht zu versammeln" sagte Bürgermeister Joe Anderson gegenüber der BBC: "Und trotzdem hat eine winzige Minderheit den Namen des Liverpool FC beschmutzt."

Die Feierlichkeiten vor dem Stadion am Donnerstagabend seien wegen der spontanen Begeisterung wahrscheinlich unvermeidlich gewesen, meinte Anderson am Samstag: "Aber das, was wir gestern gesehen haben, war geplant, durchdacht und Alkohol spielte eine große Rolle. Das ist in dieser Stadt nicht länger akzeptabel."

ski/dpa

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