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331 Spiele in der Bundesliga: Anne van Bonn hört auf

Champions-League-Sieg mit Duisburg - Identifikationsfigur in Sand

331 Spiele in der Bundesliga: Anne van Bonn hört auf

Anne van Bonn

Nur Kerstin Garefrekes hat mehr Spiele in der Frauen-Bundesliga absolviert als Anne van Bonn. imago images

Van Bonn geht damit als die Spielerin mit den zweitmeisten Einsätzen in die Geschichte des Frauen-Fußballs ein. Insgesamt wird sie dann 331 Spiele in der eingleisigen Bundesliga, die es seit 1997 gibt, absolviert haben. Lediglich Kerstin Garefrekes steht in dieser Statistik mit 355 Einsätzen vor ihr. Für ihren aktuellen Verein, den südbadischen Bundesligisten SC Sand, hat die 34-Jährige bis auf eine Ausnahme alle 131 Bundesligaspiele, die der Verein bisher absolviert hat, bestritten. "Lediglich einmal war ich gelb-rot-gesperrt", erinnert sie sich, "das war in der vergangenen Saison gegen Potsdam".

Viermal Vize in Serie mit dem FCR Duisburg

Bereits mit 15 Jahren zog es die talentierte Abwehrspielerin zum FCR Duisburg. Der ursprüngliche Plan, zunächst in der U 17 und der zweiten Mannschaft zu spielen, wurde schnell über den Haufen geworfen. Als rechte Verteidigerin wurde van Bonn zügig in die Bundesligaelf beordert. Mit dem FCR Duisburg holte sie sich im Jahr 2009 den Titel in der Champions League und wurde im selben Jahr sowie auch ein Jahr später DFB-Pokalsiegerin. "Wir waren leider nur zu blöd, Deutscher Meister zu werden", wird sie sich noch ewig erinnern und verweist auf die vier aufeinanderfolgenden Vizemeisterschaften zwischen 2005 und 2008.

Identifikationsfigur im badischen Sand

Für Duisburg absolvierte van Bonn 146 Bundesligaspiele. Nach einem kurzen Intermezzo bei Lok Leipzig und dem FSV Gütersloh zog es die damals 27-Jährige ins badische Sand. "Der Verein, der zu diesem Zeitpunkt in der zweiten Bundesliga spielte, hatte das klare Ziel Aufstieg ausgegeben. In der Tat stand zur Winterpause schon so gut wie fest, dass wir das schaffen werden", erinnert sich van Bonn an ihren Einstand. Hätte es nicht funktioniert, "wäre ich nach diesem Jahr wieder gegangen", gibt sie offen zu. Was allerdings nach dem Aufstieg in die Bundesliga im idyllischen Sand und mit Anne van Bonn geschah, ist bekannt: Sie wurde zu der Identifikationsfigur im Ort und auf dem Feld.

Heiko Borscheid

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