Int. Fußball

FC Valencia: Trotz Revolte und Rücktrittsangebot bleibt Celades im Amt

Heftiger Streit mit Maxi Gomez als Auslöser

Trotz Spielerrevolte und Rücktrittsangebot: Celades bleibt Valencia-Coach

Albert Celades

Trainer ohne Draht zum Team: Valencia-Coach Albert Celades. imago images

Der Kreis scheint sich zu schließen um Albert Celades. Im September 2019 hatte er das Traineramt beim FC Valencia übernommen, nach einem 2:5 beim FC Barcelona ging es in der Champions League zum FC Chelsea. Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel müssen laut UEFA-Regularien der Trainer und ein Spieler Rede und Antwort stehen. Doch Celades tauchte allein auf - die Mannschaft hatte sich geschlossen geweigert. Eine Protestaktion für ihren Ex-Trainer Marcelino.

Ein einsamer Celades ohne Rückhalt bei der Mannschaft? Dieses Bild ist aktueller denn je. Valencia, amtierender Pokalsieger, hatte am Donnerstagabend überraschend beim Tabellen-17. SD Eibar verloren. Und damit gerät Europa so langsam in Gefahr: Champions-League-Rang vier ist nun schon sieben Punkte entfernt, der Europa-League-Platz sechs allerdings nur zwei Zähler. Wettbewerbsübergreifend hat Valencia nur zwei der vergangenen zwölf Spiele gewonnen, im Champions-League-Achtelfinale gab es gegen Atalanta Bergamo gar nichts zu holen (1:4 in Italien, 3:4 im Rückspiel). Der Re-Start war mit einem Sieg, einem Remis und zwei Pleiten (in Eibar und bei Real Madrid) zwar kein Offenbarungseid, aber eben auch keine Offenbarung.

Rückendeckung für Maxi Gomez, nicht für Celades

Dennoch liegen die Nerven blank bei "Los Che". Schon nach dem 2:0-Sieg gegen Osasuna am vergangenen Sonntag soll es ordentlich gekracht haben. Celades lieferte sich ein heftiges Wortgefecht mit Maxi Gomez und suspendierte den Stürmer daraufhin. Doch die Mannschaft um Kapitän Dani Parejo stand nicht hinter Celades, sondern hinter Gomez - Mitspieler Ferran Torres machte seine Unterstützung sogar öffentlich. "Juntos" ("Zusammen") postete er auf Instagram mit einem Foto von ihm selbst und Gomez. Celades musste seine Entscheidung auf Druck der Mannschaft zurücknehmen. In Eibar wurde Gomez allerdings erst in der 86. Minute eingewechselt.

Inzwischen haben die Spieler das Vertrauen in Celades offenbar endgültig verloren, laut übereinstimmenden Medienberichten fordern sie einen Trainerwechsel. Celades selbst soll noch am Donnerstagabend seinen Rücktritt angeboten haben. Das Problem: Die Klubbosse lassen ihn nicht gehen. "Die Dinge laufen nicht so, wie wir es erwartet haben, aber wir können nicht aufgeben", hieß es in einer Vereinsmitteilung. "Dieser Klub und das Team haben gezeigt, dass sie die größten Probleme überwinden können."

Canizares kritisierte Celades schon vor Amtsantritt

Valencia spielte damit selbst auf den chaotischen Saisonbeginn an. Nach nur drei Spielen wurde der bei der Mannschaft beliebte und sehr erfolgreiche Trainer Marcelino entlassen (Platz vier und Pokalsieg in der vergangenen Saison). Er hatte sich mit Klub-Besitzer Peter Lim überworfen und seinen Rauswurf provoziert. Der damals 43-jährige, noch unerfahrene Celades übernahm, was auch nicht überall gut ankam. "Sobald einer die Chance bekommt, bei einem Erstligisten zu unterschreiben, verliert er jedes Konzept von Ethik und Moral", wetterte zum Beispiel Valencias Vereinsikone Santiago Canizares.

Am Sonntag tritt Valencia zum Schlüsselspiel beim Tabellensechsten FC Villarreal an. Wie wird sich das Team dort präsentieren? Vieles deutet auf den nächsten Rückschlag hin - doch unberechenbar ist diese Mannschaft allemal. Das Spiel beim FC Chelsea, als die Spieler ihren Trainer sitzen gelassen hatten, gewann Valencia mit 1:0.

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