2. Bundesliga

Keller: "Wir wollen unser Schicksal nicht in Fürther Hände legen"

FCN: Wettlauf gegen die Zeit für Mavropanos

Keller: "Wir wollen unser Schicksal nicht in Fürther Hände legen"

Jens Keller

Musste zuletzt ein 0:6 gegen den VfB Stuttgart ertragen: FCN-Trainer Jens Keller. imago images

Immerhin, im Falle eines negativen Ausgangs am Sonntag hat der 1. FC Nürnberg einen doppelten Boden, ihm blieben die zwei Relegationsspiele für den Klassenerhalt. Soweit möchte es Jens Keller vor der Reise zu Holstein Kiel (Sonntag, 15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) natürlich nicht kommen lassen. "Wir wollen das Spiel gewinnen und unser Schicksal nicht in Fürther Hände legen", sagte der Trainer in Anspielung auf die Konstellation. Gewinnt der FCN im hohen Norden nämlich nicht, darf der Erzrivale Greuther Fürth gleichzeitig daheim gegen den KSC nicht verlieren.

Die Mannschaft wird nach den Ergebnissen der Corona-Tests am Samstag mit einer Chartermaschine nach Hamburg fliegen und von dort aus mit dem Bus weiterreisen. Fraglich ist weiterhin, ob Konstantinos Mavropanos an Bord sein wird. Der griechische Innenverteidiger laboriert an Adduktorenproblemen, es bleibt ein Wettlauf gegen die Zeit. Kurzfristig ausfallen wird Joker Felix Lohkemper aufgrund einer im Training erlittenen Risswunde.

Der Mannschaft dieses Katastrophenspiel tagelang unter die Nase zu reiben wäre nicht optimal.

Jens Keller

Keller blickte in dieser entscheidenden Woche nicht mehr groß auf das 0:6 gegen den VfB Stuttgart zurück. "Der Mannschaft dieses Katastrophenspiel tagelang unter die Nase zu reiben wäre nicht optimal", begründete er. Keller bezeichnete das Debakel als Rückschlag und Ausrutscher und hegt dennoch "große Hoffnung" auf den Klassenerhalt, "wenn wir unser Gesicht der letzten Auswärtsspiele zeigen". Zur Erinnerung: Zuletzt gab es dort ein 6:0 in Wehen Wiesbaden und davor ein 1:1 bei Aufsteiger Arminia Bielefeld. "Dort haben uns Aggressivität, Kompaktheit und mannschaftliche Geschlossenheit ausgezeichnet." Also fragt Keller: "Warum sollte ich keine Hoffnung haben, weil wir uns das eine Mal haben abschlachten lassen?"

Gespannt verfolgt auch Trikotsponsor "Nürnberger Versicherungen" das Abschneiden des FCN. Vorstandsvorsitzender Armin Zitzmann war Augenzeuge des 0:6 gegen Stuttgart. Welche Konsequenzen ein Fall in die 3. Liga für das Sponsoring hätte, darüber gibt die Gesellschaft keine Auskunft. "Die sportliche Lage beim Club beobachten wir als Sponsor und Partner - und natürlich auch als Fans. Wir drücken der Mannschaft die Daumen, dass sie in Kiel den entscheidenden Schritt schafft und die Klasse hält", heißt es auf Anfrage des kicker nur. Eine Anzeige in einer großen deutschen Tageszeitung unter dem Motto "Liebe kennt keine Liga" klingt nach Treue, aber auch danach, mit dem Schlimmsten rechnen zu müssen.

Frank Linkesch