2. Bundesliga

Pikante Konstellation: Bielefeld würde von Heidenheim-Aufstieg profitieren

Warum der Meister am 34. Spieltag in der Zwickmühle stecken könnte

Pikante Konstellation: Bielefeld würde von Heidenheim-Aufstieg profitieren

Uwe Neuhaus

Arminia Bielefelds Aufstiegscoach Uwe Neuhaus will auch im letzten Saisonspiel im Jahr 2020 ungeschlagen bleiben. pictura alliance

"Wir wollen in diesem Jahr ungeschlagen bleiben", kündigte DSC-Coach Uwe Neuhaus vor dem abschließenden Heimspiel Bielefelds am Sonntag gegen den 1. FC Heidenheim (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) an. Zumal die Bielefelder mit einem Sieg und dann 68 Punkten einen neuen Vereinsrekord für die zweite Liga aufstellen können. Allerdings weist die Partie gegen den derzeitigen Dritten eine besondere Brisanz auf.

Arabi: "Das gebührt der Respekt vor dem fairen Wettbewerb"

Denn das Ergebnis wird maßgeblich darüber entscheiden, wer an der Relegation zur Bundesliga teilnehmen darf. Entweder der derzeit auf Rang drei liegende 1. FCH - oder der Vierte Hamburger SV. Die Hanseaten haben parallel den SV Sandhausen zu Gast, sind bei einem Punkt Rückstand aber von einem Ausrutscher Heidenheims in Bielefelds abhängig.

Allerdings könnte Bielefeld in eine Zwickmühle geraten: Denn ein Aufstieg Heidenheims in die Bundesliga würde den Ostwestfalen mehr Fernsehgelder einbringen. Denn in der Fünfjahreswertung, die bei der Berechnung der TV-Geldern eine wichtige Säule darstellt, läge Heidenheim hinter Bielefeld. Anders als der HSV, der als Bundesliga-Absteiger 2019 vor der Arminia platziert ist.

Laut Medienberichten soll sich der zusätzliche Betrag auf zwei Millionen Euro für Bielefeld belaufen - viel Geld für einen Aufsteiger, der mit einem Etat von rund 25 Millionen planen dürfte.

Die finanzielle Seite soll aber laut Samir Arabi komplett ausgeblendet werden. "Das gebührt der Respekt vor dem fairen Wettbewerb", sagte der Sport-Geschäftsführer Bielefelds. Der sportliche Aspekt, so Arabi, stehe über dem wirtschaftlichen Interesse.

Neuhaus: "Und es würde auch niemand von mir anderes verlangen"

Neuhaus pflichtete Arabi bei. "Natürlich hätte jeder gerne so viel Geld wie möglich. Aber deswegen werden wir nicht die Fairness außer Acht lassen", sagte der DSC-Coach mit Blick auf die brisante Ausgangslage. "Es wäre bedauerlich, wenn uns zwei Millionen entgehen würden. Aber dann ist das eben so. Und es würde auch niemand von mir anderes verlangen."

Klos: "Wollen nichts machen, was nicht erlaubt ist"

Unterdessen verriet Fabian Klos, dass die Mannschaft nach der Meisterschaft es "tatsächlich mehr als einmal richtig hat krachen lassen". Allerdings schloss der Arminen-Kapitän die übliche Saison-Abschlussfahrt aus. "Eine Mannschaftsfahrt kann ich definitiv ausschließen", sagte Klos. Das Team zerbreche sich aber die Köpfe, ob es irgendeine Art Ersatz geben kann. "Wir haben nach wie vor eine gewisse Verantwortung in der Öffentlichkeit - und dieser sind wir uns bewusst", sagte der 32-Jährige: "Wir wollen nichts machen, was nicht erlaubt ist."

Klos dürfte ein persönliches Interesse an einem erfolgreichen Saisonabschluss haben. Zwar ist ihm mit 20 Toren wegen der Sperre von Wiesbadens Manuel Schäffler (19 Treffer) die erstmals vergebene kicker-Torjägerkanone für den besten Torschützen im Unterhaus kaum mehr zu nehmen, doch sollte er ein Tor erzielen, würde er Artur Wichniarek überholen, der in der Saison 2001/02 20 Tore für die Arminia erzielt hatte.

jer/cb

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