Amateure

Schiedsrichter geschlagen: Bewährung für Amateurspieler aus Hessen

28-Jähriger rastete nach Roter Karte aus

Schiedsrichter niedergeschlagen: Hessischer Amateurspieler erhält Bewährungsstrafe

Spieler des FSV Münster schlägt Schiedsrichter nieder

Der Tatort: Am 27. Oktober 2019 rastete ein Spieler des hessischen Kreisligisten FSV Münster nach einer Roten Karte aus. imago images

Als ein 28-jähriger Amateurfußballer im Oktober 2019 beim Spiel FSV Münster gegen dem TV Semd in der hessischen Kreisliga C eine Rote Karte bekam, verlor er völlig die Kontrolle und streckte den Referee mit einem brutalen Faustschlag nieder. Ein Rettungshubschrauber brachte den bewusstlosen 22-Jährigen in ein Krankenhaus.

Nachdem im vergangenen November ein Sportgericht den Spieler für drei Jahre gesperrt und seinen Verein - den FSV Münster - neben einer Geldstrafe in Höhe von 500 Euro auch sechs Monate vom Spielbetrieb ausgeschlossen hat, ist der Fall nun auch strafrechtlich abgeurteilt worden: Wie die dpa berichtet, wurde der 28-jährige Amateurspieler vom Amtsgericht Dieburg wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt. Wie das Gericht am Donnerstag mitteilte, wurde die Vollstreckung der Strafe zur Bewährung ausgesetzt. Der Spieler wurde vom Gericht zudem im Rahmen seiner Bewährung angewiesen, an einem Anti-Aggressionstraining teilzunehmen und 200 Stunden gemeinnützige Arbeit abzuleisten. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten mit Strafaussetzung zur Bewährung beantragt. Die Verteidigung plädierte auf einfache Körperverletzung. Das Gericht sah jedoch eine gefährliche Körperverletzung gegeben, da der Schlag eine "das Leben gefährdende Handlung" darstelle. Ein medizinischer Sachverständiger war ebenfalls der Ansicht, dass ein solcher Faustschlag gegen den Kopf für das Opfer lebensgefährdend gewesen sei.

stw / dpa