Bundesliga

Ein Hoffnungschimmer für Rudy?

Hoffenheim: Manager Rosen macht Andeutungen

Ein Hoffnungschimmer für Rudy?

Bleibt Sebastian Rudy doch in Hoffenheim? Es gibt ein Hintertürchen.

Bleibt Sebastian Rudy doch in Hoffenheim? Es gibt wohl ein Hintertürchen. imago images

In seiner Printausgabe vom vergangenen Montag hatte der kicker die problematische Situation des Sebastian Rudy ausführlich skizziert. Der Nationalspieler steckt in einer Zwickmühle. Liebend gerne würde Hoffenheims Rekordspieler auch über diesen Sommer hinaus für die TSG spielen. Doch er gehört nun mal Schalke 04, wo der 30-Jährige zu den Großverdienern gehört und noch bis 2022 gebunden ist. Bislang standen die Zeichen deshalb auf Abschied. Die TSG hatte eine vereinbarte Kaufoption von fünf Millionen Euro verstreichen lassen. Zuletzt hatte Rudy mit Trainer Alfred Schreuder zudem einen großen Unterstützer verloren.

Rosen: "Ich merke natürlich, dass ihn das Thema beschäftigt"

Doch am Donnerstag gab Manager Alexander Rosen Rudys Hoffnungen auf eine Zukunft im Kraichgau neue Nahrung. Nicht allzu euphorisch, dennoch scheint sich die vermeintlich verschlossene Tür wieder einen Spalt zu öffnen. Ob er denn schon wisse, wie es mit Rudy weitergehe, wurde Rosen am Donnerstag im Rahmen der Presserunde vor dem Spiel am Samstag in Dortmund gefragt. "Das ist ein Thema für die kommenden Wochen", antwortete Rosen. Gäbe es kategorisch kein Interesse und keine Chance auf dessen Verbleib, dann wäre das Thema Rudy für die TSG eigentlich am Samstag erledigt. So aber stellt sich die Sachlage anders dar. "Ich kann nur sagen, dass Sebastian Rudy bei uns einen sehr großen Stellenwert hat, er ist nicht umsonst unser Rekordspieler. Er hat auch in dieser Saison über 30 Spiele gemacht und war ein wichtiger Faktor", erklärte Rosen, "zudem ist er ein ganz feiner Mensch. Ich habe erst gestern wieder länger mit ihm gesprochen und merke natürlich, dass ihn das Thema beschäftigt."

Entscheidend wird die weitere Entwicklung auf Schalke sein. Der finanziell angeschlagene Klub wäre sicher froh, Rudy von der Gehaltsliste zu bekommen und müsste in der Frage der Ablöse wohl erhebliche Abstriche machen oder gar ganz auf eine Abstandszahlung verzichten, ehe sich die TSG mit einer Verpflichtung des bislang ausgeliehenen Rudy (850.000 Euro Gebühr) beschäftigt. Schließlich hatte der zuvor schon sieben Jahre für die TSG aktive Mittelfeldspieler Hoffenheim vor drei Jahren ablösefrei zum Bayern München verlassen.

Das Tischtuch auf Schalke war zerschnitten

Nach einem Meisterjahr in München war er den eindeutigen Verlockungen aus Gelsenkirchen gefolgt und für 16 Millionen Euro und einen hochdotierten Vier-Jahresvertrag zu Schalke gewechselt. Doch dort folgte ein Chaos-Jahr, das auch Domenico Tedesco, der Rudy unter allen Umständen hatte haben wollen, den Job kostete. Rudy geriet zum Gesicht der Schalker Krise und fühlte sich vom Verein nicht ausreichend unterstützt und geschützt in der öffentlichen Darstellung. Das Tischtuch war zerschnitten, es folgte die Leihe nach Hoffenheim.

Nun also sitzt Rudy zwischen den Stühlen. Sehr gut bezahlt zwar, aber sportlich derzeit ohne konkrete Perspektive. Für eine feste Rückkehr zur TSG müsste er seine bisher gewohnten Einkünfte drastisch zurückfahren. Und sich von Schalke sogar eine Abfindung ausbezahlen lassen? Es wird wohl stark darauf ankommen, wer alles bereit ist, Kröten welcher Größenordnungen zu schlucken - Schalke und Rudy -, ehe sich dem Rekordspieler tatsächlich wieder eine Zukunft in Hoffenheim eröffnet. Er habe auch mit Schalke noch nicht abgeschlossen, ließ Rudy dieser Tage wissen. Ein gewiefter Taktiker nicht nur auf dem Platz. Ob dieser Satz bei S04 eher Freude oder Schrecken auslöst, wird sich zeigen. Die Akte Rudy in Hoffenheim ist jedenfalls mit dem letzten Saisonspiel am Samstag in Dortmund noch nicht geschlossen. "Mit dem Thema beschäftigen wir uns nach dem letzten Spiel", so Rosen. Fortsetzung folgt.

Michael Pfeifer