Bundesliga

Millionenschweres Darlehen - Schalke wollte Tönnies anpumpen

Millionenschweres Darlehen

Schalke wollte Tönnies anpumpen

Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies

Der FC Schalke 04 e.V. dachte darüber nach, Aufsichtsratschef Clemens Tönnies um ein weiteres Darlehen zu bitten. picture alliance

Clemens Tönnies hat dem FC Schalke 04 in all den Jahren finanziell häufiger aus der Patsche geholfen. Gern mit Millionen-Darlehen, die er sich gut verzinsen ließ, angeblich mit bis zu sechs Prozent. Nach kicker-Informationen dachte der mit 197 Millionen Euro verschuldete e. V., dem die Corona-Krise die wirtschaftliche Schieflage noch deutlicher vor Augen geführt hat, nun darüber nach, den Aufsichtsratsvorsitzenden erneut um eine millionenschwere Finanzspritze zu bitten. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen hat der Verein seine Idee aber dann doch wieder verworfen.

Eine weise Entscheidung. Schließlich erscheint ungewisser denn je, ob die Beziehung zwischen dem langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden und dem FC Schalke 04 eine Zukunft hat. Der Fleischwarenproduzent aus Rheda-Wiedenbrück steht wegen des massiven Corona-Ausbruchs in seinem Unternehmen mit inzwischen mehr als 1500 Infizierten bundesweit stark in der Kritik.

Der Gegenwind, der dem 64-Jährigen bereits vor der Saison wegen rassistischer Äußerungen entgegenwehte, hat längst Orkanstärke erreicht. In Gelsenkirchen bringt die Fanszene ihren Unmut dieser Tage mit Plakataktionen zum Ausdruck, für Samstag ist eine Anti-Tönnies-Demo an der Arena geplant. Tönnies, seit 1994 im Aufsichtsrat und seit 2001 dessen Vorsitzender, wird für den Klub zunehmend zur Belastung, der Imageschaden größer und größer.

Schalke wollte erneut Tönnies anpumpen - da stellt sich einmal mehr die Frage: Wie abhängig ist der Verein eigentlich von dem Milliardär? Antworten darauf lesen Sie in der Donnerstagausgabe des kicker (auch digital abrufbar als eMagazine), verbunden mit den Chancen und Risiken einer Trennung.

Toni Lieto