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Degenkolb zur Tour-Vorbereitung: "Sieht soweit gut aus"

Hinter "Plan B" stehen Fragezeichen

Degenkolb zur Tour-Vorbereitung: "Sieht soweit gut aus"

John Degenkolb ist mit den Stand der Tour-Vorbereitungen einverstanden

John Degenkolb ist mit den Stand der Tour-Vorbereitungen einverstanden. picture alliance

"Die Pläne des Veranstalters und des Radsport-Weltverbandes sehen soweit gut aus", sagte Degenkolb am Dienstag auf einer Presserunde. "Aber das ist alles, was wir tun können: auf die Vorbereitungen der Veranstalter zu vertrauen", führte der 31-Jährige weiter aus.

Eigentlich hätte die Tour de France an diesem Samstag starten sollen. Wegen der Corona-Pandemie wurde sie auf Ende August verschoben. Für Degenkolb ist es daher "zurzeit auf jeden Fall eine komische Situation. Das Gefühl für die Zeit und in welchem Monat wir gerade sind, ist komplett anders. Es fühlt sich sehr komisch an." Der Tour-Organisator A.S.O. und der Radsport-Weltverband (UCI) einigten sich darauf, dass die diesjährige Tour nun zwischen dem 29. August und 20. September stattfinden soll.

Prudhomme: "Natürlich hängen wir von der gesundheitlichen Situation ab"

Allerdings steht auch hinter dem "Plan B" noch ein Fragezeichen. "Natürlich hängen wir von der gesundheitlichen Situation ab, sie ist das Wichtigste", sagte Tourchef Christian Prudhomme. Das Problem ist, dass Prudhomme eine "Geister-Tour" ausgeschlossen hat. Im Normalfall säumen beim nach Zuschauern größten Einzelsportereignis der Welt in den drei Wochen rund zehn Millionen Zuschauer die Straßen Frankreichs. Und im Nachbarland ist das Coronavirus noch viel präsenter als z.B. in Deutschland. Bei 65 Millionen Einwohnern vermeldete Frankreich Anfang der Woche rund 56.000 Erkrankungen an Covid-19 - was einen unrühmlichen Spitzenplatz in Europa bedeutet.

UCI veröffentlicht Maßnahmenkatalog zum Re-Start

Immerhin hat der Weltverband UCI vergangene Woche einen Maßnahmenkatalog zum Re-Start veröffentlicht. Unter anderem soll es zur Abschottung "Team Bubbles" und "Peloton Bubbles" geben. In diesen "Blasen" sollen Fahrer und Mitarbeiter von Einflüssen von außerhalb geschützt werden, z.B. auf abgeschlossenen Etagen in Hotels. Genau konkretisiert wurden die Vorgaben aber nicht. Zentraler Bestandteil ist zudem ein Testprogramm. Geplant ist, dass sich alle Fahrer und Team-Mitarbeiter ständigen Tests unterziehen müssen. Zudem sind die nationalen Gesetzgebungen und Maßnahmen einzuhalten.

Froome und Sagan heben mahnend den Zeigefinger

Ob dies ausreichen wird, ist selbst unter Fahrern umstritten. Er könne sich nicht vorstellen, "wie gewohnt durch Tunnel von Menschen" zu fahren, sagt der viermalige Tour-Sieger Chris Froome. Zwar finden die Tour und der Straßenradsport nicht im Stadion statt, doch "es muss Regeln geben, wie wir uns selbst und andere schützen können", mahnte Bora-hansgrohe-Star Peter Sagan an.

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jer/sid