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Burnley-Kapitän Mee verurteilt "White Lives Matter"-Banner

Flugzeug-Botschaft sorgt für Eklat in Manchester

"Ich schäme mich": Burnley-Kapitän verurteilt "White Lives Matter"-Banner

Ben Mee

"Diese Leute müssen im 21. Jahrhundert ankommen": Burnley Kapitän Ben Mee (l.) verurteilte die Aktion einiger Fans. imago images

Vor dem Anpfiff der Partie waren Spieler und Offizielle in Manchester - wie bei allen anderen Premier-League-Begegnungen seit dem Re-Start - auf das Knie gegangen, um sich mit der Black-Lives-Matter-Bewegung und deren Kampf gegen Rassismus zu solidarisieren. Der Slogan steht derzeit auch anstatt der Spielernamen auf allen Premier-League-Trikots. Wenige Momente später flog ein Kleinflugzeug über das Etihad Stadium, das ein Banner mit der Aufschrift "White Lives Matter Burnley" zog.

Das hat den Punkt von dem, was wir zu erreichen versuchen völlig verfehlt. Diese Leute müssen im 21. Jahrhundert ankommen.

Ben Mee

Nach der 0:5-Niederlage seines Teams fand Burnleys Kapitän Ben Mee bei "Sky Sports" deutliche Worte. "Wir können über Fußball sprechen, aber es gibt etwas, über das ich zuerst reden möchte", sagte der 30-Jährige zu Beginn seines starken Statements: "Ich schäme mich, und es ist mir peinlich, dass eine kleine Zahl unserer Fans sich entschieden hat, das ums Stadium herum zu zeigen. Das hat den Punkt von dem, was wir zu erreichen versuchen völlig verfehlt. Diese Leute müssen im 21. Jahrhundert ankommen und sich weiterbilden, wie es viele von uns tun."

Mee weiter: "Es repräsentiert nicht das, wofür wir stehen, wofür der Klubs steht, wofür die Spieler stehen und wofür die Mehrheit der Fans steht. Ich bin bestürzt, dass es passiert ist." Bei "BBC Radio 5 Live" sagte er später noch: "Es ist uns peinlich, dass es unseren Namen beinhaltete, dass sie versucht haben, es unserem Klub anzuheften. Es gehört nicht auch nur annähernd in die Nähe unseres Klubs."

Banner

"Kann nur von Rassismus und der Verweigerung gleicher Rechte motiviert sein": Das unrühmliche Banner über dem Stadion. imago images

Der FC Burnley hatte sich bereits während des Spiels in einer Stellungnahme "vorbehaltlos" für den Vorfall entschuldigt. "Wir möchten klarstellen, dass diese Leute bei uns nicht willkommen sind. Die entspricht in keiner Weise dem, wofür der Burnley Football Club steht, und wir werden voll und ganz mit den Behörden zusammenarbeiten, um die Verantwortlichen zu ermitteln und lebenslange Verbote auszusprechen."

Auch das europäische Bündnis FARE ("Football Against Racism in Europe") verurteilte den Vorfall. "Der rassistische Gegenschlag gegen die Black-Lives-Matter-Bewegung ist ein Trend, den wir wahrgenommen und dokumentiert haben", sagte FARE-Geschäftsführerin Piara Power: "White Lives Matter steht der BLM-Botschaft gegenüber und kann nur von Rassismus und der Verweigerung gleicher Rechte motiviert sein. Es zeigt genau, warum der Kampf für Gleichheit so wichtig ist und warum die Mehrheit der Menschen ihn unterstützt haben."

Polizei untersucht den Vorfall

Seit Dienstag ermittelt nun offiziell auch die Polizei. "Wir stellen Untersuchungen an, um die gesamten Umstände dieses Vorfalls zu klären. Erst dann sind wir in der Lage, zu beurteilen, ob Straftaten stattgefunden haben", teilte die Polizei Lancashire mit. "Uns ist klar, dass dieses Banner viele Menschen in Lancashire und andernorts verärgert hat, und wir arbeiten weiterhin eng mit unseren Partnern beim Klub und bei den örtlichen Behörden zusammen."

ski