2. Bundesliga

HSV: Dieter Hecking kämpft um Platz 3 - und um seinen Trainer-Job

HSV-Coach präsentiert sich nach Heidenheim aufgeräumt und reflektiert

Hecking kämpft um Platz 3 - und um seinen Job

HSV-Coach Dieter Hecking kämpft am 34. Spieltag auch um seinen eigenen Job

Wie geht es mit ihm weiter? HSV-Coach Dieter Hecking kämpft am 34. Spieltag auch um seinen eigenen Job. imago images

Die vielen ähnlichen Spielverläufe mit insgesamt vier Last-Minute-Gegentreffern seit dem Re-Start haben Zweifel aufkommen lassen, auch am Trainer. Diskussionen um mögliche Nachfolger entstehen zudem allein durch die Vertragskonstellation - Heckings Kontrakt verlängert sich nur im Aufstiegsfall. "Ich gehe mit diesen Diskussionen ganz normal um", sagt der HSV-Coach, "sie sind logisch angesichts der Vertragssituation." Bereits im Januar hatte er erklärt unter bestimmten Voraussetzungen auch im Unterhaus weitermachen zu wollen, am Montag erneuerte er diese Aussage: "Die Bereitschaft ist immer noch da. Von meiner Seite spricht nichts dagegen." Der Ball liegt damit beim Sportvorstand. "Jonas Boldt", erklärt der Coach, "hat mir gegenüber signalisiert, dass ich sein erster Ansprechpartner bin. Wir sind beide ganz klar, wie wir mit der Situation umzugehen haben." Und das bedeutet eben auch: Die Zukunftsfrage vorerst beiseite zu schieben. "Es ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, um über den Trainervertrag zu reden, der Fokus gilt Sandhausen."

Es sind in den zurückliegenden Wochen Dinge passiert, die ich in der Häufigkeit noch nicht erlebt habe.

Dieter Hecking

Eine letzte Chance bleibt dem HSV noch auf Platz 3, gleichzeitig ist er auf Bielefelder Schützenhilfe gegen Heidenheim angewiesen - das ist schon jetzt viel zu wenig für die eigenen Ansprüche und zu wenig angesichts der finanziellen Aufwendungen. Dass zudem Quervergleiche mit der Vergangenheit gezogen werden, in der es der HSV kultiviert hat, geradezu verlässlich dann zu versagen, wenn es drauf ankommt, ärgert Hecking, er weiß aber, dass er und seine Profis keine Gegenargumente geliefert haben. "Dass mir die Kritik und der häufige Blick in die Vergangenheit nicht gefällt, ist klar. Aber wenn wir andere Ergebnisse geliefert hätten, wäre auch die Stimmung eine andere. Damit müssen wir klarkommen, wir müssen unseren Job machen, und den haben wir nicht so gemacht, wie es möglich gewesen wäre."

Bei der Frage nach den Gründen bezieht sich Hecking ausdrücklich mit ein. "Es sind in den zurückliegenden Wochen Dinge passiert, die ich in der Häufigkeit noch nicht erlebt habe. Ich bin dabei, das selbst zu ergründen, wir müssen bei der Fehlersuche bei uns anfangen und nicht auf andere gucken." Dass diese Fehleranalyse nach Saisonende stattfinden wird und muss, ist klar. Denn es sind zu viele Fehler unterlaufen - selbst dann, wenn das 24 Stunden nach Heidenheim so unmöglich erscheinende Happy End noch eintreten würde.

Sebastian Wolff

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