2. Bundesliga

VfB, HSV oder FCN: Die Krux der Nachspielzeit im Unterhaus

Hamburg geht im Aufstiegskampf am fahrlässigsten mit Führungen um

VfB, HSV oder FCN: Die Krux der Nachspielzeit im Unterhaus

Nürnberg und der HSV pfeifen lieber früh ab, der VfB nutzt die allerletzten Sekunden

Unterschiedliche Gefühle: Nürnberg und der HSV pfeifen lieber früh ab, der VfB nutzt die allerletzten Sekunden. imago images (3)

Auf die Nachspielzeit im Verfolgerduell in Heidenheim am vergangenen Sonntag hätte der Hamburger SV gerne verzichtet. Durch das 1:2 in der fünften Minute der Nachspielzeit haben die Rothosen die Teilnahme an der Relegation nicht mehr in der eigenen Hand. Für den HSV war es bereits der fünfte Gegentreffer in der Nachspielzeit der 90 Minuten - nur Karlsruhe (7) und Bochum (8) haben noch mehr späte Nackenschläge bekommen. Gleichzeitig hat die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking allerdings auch die meisten Tore in der Nachspielzeit der zweiten Hälfte vorzuweisen: Wie die SpVgg Greuther Fürth und der VfB Stuttgart hat Hamburg sechs ganz späte Tore erzielt.

Hamburg wäre schon aufgestiegen

Was bedeutet das aber nun konkret für eine Zweitliga-Tabelle, in der die Nachspielzeit der zweiten 45 Minuten nicht eingerechnet ist? In dieser wäre Arminia Bielefeld mit 66 Punkten längst Zweitliga-Meister - und der HSV mit 57 Zählern bereits vor dem letzten Spieltag aufgestiegen. Der VfB Stuttgart und der 1. FC Heidenheim hätten jeweils 53 Punkte auf dem Konto, wobei der Bundesliga-Absteiger ein um 10 Treffer besseres Torverhältnis vorweisen könnten. Und am anderen Ende des Tableaus? Da wäre beispielsweise der 1. FC Nürnberg, ebenfalls häufiger von späten Gegentoren betroffen, als 13. mit 39 Punkten (sechs vor dem KSC auf Relegationsrang 16) bereits gerettet.

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Insgesamt hat der HSV in der Nachspielzeit (wie Nürnberg, Hannover, Kiel und Bochum) nur drei Punkte verspielt, doch Aufstiegskonkurrent Stuttgart hat in eben diesen Minuten mit fünf an der Zahl die meisten Punkte ergattert. In diese Statistik spielt freilich vor allem das direkte Duell zwischen den beiden Teams am 28. Mai ein, das der VfB in der 92. Minute durch Gonzalo Castro für sich entschied - der HSV verlor einen Punkt, die Schwaben gewannen dagegen zwei.

Heidenheim gewann nach Führung immer

In der Saison 2019/20 holte der HSV zudem nach Führung nur 2,13 Punkte (23-mal vorne, 14 Siege, 7 Remis, 2 Niederlagen) - und damit deutlich weniger als die Konkurrenz um den Aufstieg. Denn: Bielefeld (22-mal vorne, 17 Siege, 5 Remis, 2,55 Punkte), Stuttgart (20-mal vorne, 17 Siege, 3 Remis, 2,70 Punkte) und allen voran Heidenheim (15-mal vorne, 15 Siege, 3,00 Punkte) weisen bessere Werte auf.

Insgesamt ließ Hamburg also 20 Punkte nach Führung liegen, was lediglich die vom Abstieg bedrohten Teams aus Wiesbaden (24 Punkte) und Nürnberg (23 Punkte) toppen können. Ein Spieltag bleibt dem HSV noch Zeit, um seine Statistik ein wenig aufzuhübschen - und zumindest zwei Relegationsspiele zu bekommen.

msc

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