Bundesliga

Hamburger SV: Dieter Hecking total bedient

Nachspielzeit bleibt HSV-Achillesferse

Hecking total bedient: "Das ist nicht zu entschuldigen"

Dieter Hecking

Wieder ein Gegentor in der Nachspielzeit: Dieter Hecking war nach dem 1:2 in Heidenheim fassungslos. getty images

"Die letzte Viertelstunde wurde es unrunder", analysierte Hecking die Leistung seiner Mannschaft bei "Sky". "Wir wollten auf Konter spielen und die Räume nutzen, die da waren. Das haben wir aber nicht gut gemacht. Wir hätten Entlastung gebraucht. Dass du nicht alles verteidigen kannst, wenn Heidenheim mit sechs, sieben Mann vorne reingeht, ist klar."

Und doch haderte Hecking mit den beiden Treffern, die die in der Schlussphase bedingungslos angreifenden Heidenheimern noch gelangen. "Das erste Tor ist schon unglücklich, wie der durchrutscht", bewertete der HSV-Coach das Eigentor von Jordan Beyer zum 1:1. Mit einem Unentschieden hätte Hamburg am letzten Spieltag allerdings alle Trümpfe auf die Relegation in der Hand und sogar noch eine geringe Chance auf den direkten Aufstieg gehabt. Doch der HSV, der die Partie zuvor lange Zeit bestimmt hatte, geriet nach dem Ausgleich so richtig ins Schwimmen und kassierte in letzter Sekunde noch das 1:2 durch Konstantin Kerschbaumer.

Hecking zum 1:2: "Nicht gut gespielt von Heidenheim"

"Das Tor darf nicht fallen", polterte Hecking. "Wir waren über die Nachspielzeit hinaus, da musst du stehen und die Räume eng machen. Aber wir rennen noch mal nach vorne", analysierte der Trainer - und präzisierte seine Kritik an der Defensive: "Das war ein absoluter Abwehrfehler. Wir haben die rechte Seite entblößt, die zentrale Dreierkette ist plötzlich weg und wir stehen zu offen. In der Mitte gucken wir alle zum Ball und nehmen den Laufweg von Kerschbaumer nicht auf." Heckings Fazit zum späten Knockout fiel daher hart aus: "Das ist nicht gut gespielt von Heidenheim, sondern wir stehen einfach nicht gut. Das ist nicht zu entschuldigen."

Wir hätten schon längst durch sein müssen.

Dieter Hecking

Seit dem Re-Start waren es die Punkte zehn, elf und zwölf, die Hamburg nach Führung noch verspielte. Und vor allem die Nachspielzeit könnte dafür sorgen, dass es wieder nicht klappt mit dem Aufstieg: Sowohl in Fürth (2:2) als auch gegen Kiel (3:3) kassierte der HSV den Ausgleichstreffer nach der 90. Minute, hinzu kommt das in der Nachspielzeit verlorene direkte Duell in Stuttgart (2:3) - und jetzt quasi das gleiche Spiel auf der Ostalb. "Es ist so bitter, wenn du schon wieder am Ende bestraft wirst", klagte Hecking - und beschwerte sich sogar bei höheren Mächten: "Es scheint so, als ob der Fußballgott da nicht auf unserer Seite ist. Wir hatten nach Corona jetzt vier Spiele, in denen wir Punkte in der Nachspielzeit liegen lassen. Wir hätten schon längst durch sein müssen."

Sind sie aber nicht - im Gegenteil. Der HSV ist zum ersten Mal in dieser Saison aus den Top drei der Tabelle gerutscht - und das zur absoluten Unzeit. Am letzten Spieltag müssen die Hamburger auf Schützenhilfe der bereits aufgestiegenen Bielefelder gegen Heidenheim hoffen, um noch in die Relegation kommen zu können. Allerdings machte Hecking auch klar: "Wenn es nicht so sein sollte, sind wir selbst Schuld. Dann müssen wir die Schuld nicht bei anderen suchen."

mib

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