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Wechselt Chris Froome noch vor der Tour de France?

Zu viele Kapitäne bei Team Ineos

Wechselt Froome noch vor der Tour de France?

Chris Froome

Naht der Abschied? Chris Froome ist die Konkurrenz im eigenen Haus wohl zu groß. imago images

Der viermalige Tour-de-France-Sieger Chris Froome könnte noch vor dem Wiederbeginn der Saison am 1. August (hier geht es zum neuen Rennkalender) zur Mannschaft des deutschen Spinters André Greipel wechseln. Wie die italienische Seite "Tuttobiciweb" berichtet, will das Team Israel Start Up Nation dem Briten einen Dreijahresvertrag anbieten. Froomes Vertrag beim Schwergewicht Ineos läuft zum Ende des Jahres aus.

Der Weltverband UCI hat allerdings wegen der Coronavirus-Pandemie ein weiteres Transferfenster vom 1. bis 15. August, also noch vor dem Start der Frankreich-Rundfahrt am 29. August, eingerichtet. Dafür müsste sich Froome aber mit Ineos auf eine vorzeitige Vertragsauflösung einigen.

Ein Wechsel erscheint durchaus möglich, da bei Ineos auch die letzten beiden Toursieger - Egan Bernal (Kolumbien/2019) und Geraint Thomas (Großbritannien/2018) - unter Vertrag stehen. Das britische Team hat bislang geplant, mit drei Kapitänen bei der Tour an den Start zu gehen, was der 35-jährige Froome kaum für umsetzbar hält.

Er hatte wegen eines schweren Sturzes vor einem Jahr, als er Brüche am Oberschenkel, der Hüfte, am Ellbogen, an den Rippen und im Nackenbereich erlitt, bei der Tour 2019 gefehlt. Erst im Februar gab Froome bei der UAE Tour sein Comeback.

Beim israelischen Team, das zu Saisonbeginn die Lizenz der früheren russischen Mannschaft Katusha übernommen hat, würde Froome neben Greipel auch auf den Paris-Roubaix-Zweiten Nils Politt und Rick Zabel treffen. Der Rennstall hätte auch die finanziellen Möglichkeiten für einen derartigen Deal, wird er doch vom milliardenschweren Investor Sylvan Adams unterstützt. Das Jahresgehalt für Froome wird auf rund fünf Millionen Euro taxiert.

Die Konkurrenz dürfte einen Wechsel sicherlich begrüßen. Denn angesichts der Dominanz der letzten Jahre scheint es kaum möglich, die Erfolgsserie des Rennstalls 2020 zu knacken, wenn sämtliche Toursieger seit 2015 in einem Team fahren. Aus deutscher Sicht hatte zuletzt Emanuel Buchman (Team Bora-Hansgrohe) die Hoffnungen geschürt. Die letzte Frankreich-Rundfahrt beendete er als Vierter und er hat sich für dieses Jahr viel vorgenommen.

tru

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