Junioren

Kopfballspiel: UEFA erlässt Richtlinie für Junioren

Gesundheit steht an erster Stelle

Kopfballspiel: UEFA erlässt Richtlinie für Junioren

F-Jugend-Spieler beim Training

Das Kopfballtraining soll aus medizinischen Gründen in unteren Jahrgängen sehr defensiv angegangen werden. imago images

Gleichzeitig stellt die UEFA aber fest, dass das Kopfballspiel im Junioren-Bereich eine eher untergeordnete Rolle spielt. Die Richtlinien sollen die "Belastung durch Kopfbälle im Juniorenfußball auf ein Minimum" reduzieren. Sie wurden von einer Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der Medizinischen Kommission der UEFA und externen Experten erarbeitet. Die nationalen Verbände können eigene Richtlinien erlassen, die jedoch die UEFA-Richtlinien als Mindeststandard nicht unterbieten sollen.

Die Richtlinie legt fest, dass Größe und Gewicht des Balls den FIFA-Empfehlungen für den Jugendfußball - für die jeweilige Altersgruppe - entsprechen müssen. Als Balldruck ist der jeweils gemäß Spielregeln niedrigste Druck zu verwenden. Das Kopfballtraining soll in der unteren Jahrgangsgruppen so weit wie möglich verringert und mit zunehmendem Alter intensiviert werden. Die Nackenmuskulatur soll trainiert und bei Anzeichen einer Hirnerschütterung eine einwöchige Trainingspause und ärztliche Betreuung verordnet werden.

Grundlage waren Erkenntnisse aus zwei unabhängigen Forschungsarbeiten der deutschen Universität des Saarlands bzw. der schottischen Hampden Sports Clinic in Kooperation mit der örtlichen Gesundheitsbehörde in Glasgow. Eine Erkenntnis: Im U-12-Bereich würden von den Spielern mehrheitlich im Spiel überhaupt kein Kopfball gespielt bzw. maximal ein Mal. Allerdings unterscheiden sich die Ergebnisse von Land von Land zum Teil erheblich.

Prof. Dr. Tim Meyer, Vorsitzender der Medizinischen Kommission der UEFA erklärte in einer Mitteilung des Verbandes: "Für die UEFA war es wichtig, Daten zur Kopfballbelastung im Juniorenfußball zu erheben und herauszufinden, was aus den vorhandenen wissenschaftlichen Erkenntnissen zweifelsfrei abgeleitet werden kann." Meyer weiter: "Wir hoffen, dass die Richtlinien eine Orientierungshilfe für Trainer, Spieler, Eltern und andere beim Umgang mit Kopfbällen im jugendlichen Alter darstellen werden."

sam