U 21

UEFA entscheidet: U-21-EM wird geteilt, die U-19-EM verlegt

UEFA trifft Entscheidungen im Jugendbereich

U-21-EM wird geteilt, die U-19-EM verlegt

Stefan Kuntz

Hat nun Planungssicherheit: U-21-Coach Stefan Kuntz. imago images

Als Reaktion auf die Spielpause hat das Exekutivkomitee der UEFA auch den neuen internationalen Spielkalender der U-Nationalmannschaften vorgestellt. Interessant sind dabei mehrere Entscheidungen: So wird die U-21-Europameisterschaft, ursprünglich für den Juni 2021 in Slowenien und Ungarn angesetzt, geteilt, die U-19-EM verschoben und die U-17-EM abgesagt. Die Entscheidungen im Einzelnen:

U21: Die Endrunde, für sich die deutsche Auswahl noch qualifizieren muss, wird in zwei Phasen gesplittet. Zwischen dem 24. und dem 31. März findet während einer regulären Bundesliga-Länderspielpause die Gruppenphase mit 16 Teams in vier Gruppen statt. Die beiden Erstplatzierten qualifizieren sich für das Viertelfinale, das wie die weiteren K.o.-Runden zwischen dem 31. Mai und dem 6. Juni ausgetragen werden. Gastgeber sind weiterhin Slowenien und Ungarn, auch der Stichtag zur Spielberechtigung (1. Januar 1998) ändert sich nicht. So vermeidet die UEFA eine Überschneidung mit der verlegten Herren-EM.

"Durch die Aufteilung der EM in zwei Phasen können weiterhin die Abstellungsperioden genutzt werden", sagt U-21-Nationaltrainer Stefan Kuntz: "Die neue Turnierform mit der Austragung der Gruppenphase im März erfordert von allen Beteiligten eine hohe Flexibilität - insbesondere, was Art und Zeitraum der Vorbereitung angeht. Für uns als Trainerteam ist das Wichtigste an dieser Entscheidung aber erst einmal: Wir haben jetzt Planungssicherheit."

U19: Auch die U-19-EM, ursprünglich für den Juli 2020 terminiert, wird in zwei Phasen geteilt. Zwischen dem 8. und 14. Oktober 2020 spielen die acht Teams in zwei Gruppen die Gruppenphase, die beiden Erstplatzierten ziehen ins Halbfinale und sind auch automatisch für die U-20-Weltmeisterschaft 2021 qualifiziert. Die K.o.-Spiele finden dann zwischen dem 9. und 18. November statt. Analog zur Neuterminierung der U-21-EM bleiben auch hier Nordirland als Gastgeber und der 1. Januar 2001 als Stichtag der Spielberechtigung bestehen. Die ausstehende Runde der Qualifikation, die im März hätte stattfinden sollen, wird vom 31. August bis zum 8. September 2020 ausgespielt. Die deutsche U 19 trifft dann auf Wales, Österreich und Serbien.

Für U-19-Nationaltrainer Guido Streichsbier eine gelungene Lösung: "Die Jungs können ihr großes Ziel weiterhin auf sportlichem Weg erreichen. Das ist eine schöne Nachricht. Daher werden wir auch flexibel genug sein, um uns auf den geänderten Qualifikationszeitraum einzustellen und entsprechende Lösungen zu finden."

U17: Eigentlich hätte im Mai 2020 in Estland die U-17-EM stattfinden sollen. Als einzige Endrunde wurde das Turnier Corona-bedingt ersatzlos gestrichen.

Unabhängig von den Turnierverlegungen starten die Jahrgänge 2002, also die neue U 19, und 2004, die neue U 17, im Herbst in die erste Qualifkationsrunde für die 2021 terminierten und regulär stattfindenden Europameisterschaften. Auch alle anderen U-Teams dürfen ab Herbst wieder spielen, die Länderspiel-Phasen im September, Oktober und November diesen Jahres bleiben. Die neueingeführte und über zwei Jahre laufende Nations League im Bereich U 18/19 (gerne Link zum ersten Artikel) wird dagegen verschoben und erst 2021 zum ersten Mal ausgetragen.

Meikel Schönweitz, DFB-Cheftrainer der U-Nationalmannschaften lobt die Entscheidungen als "positiven Kompromiss", sieht aber auch eine Herausforderung: "Speziell in den Bereichen U 21, U 20, U 19 und U 18 wird es nun unsere Aufgabe sein, auf nationaler Ebene mögliche Terminkollisionen rund um die Länderspiel-Phasen zu vermeiden."

Patrick Kleinmann