Bundesliga

Gladbach Coach Marco Rose freut sich über Ibrahima Traorés Comeback

Gladbach: Der Haken bei Offensiv-Kandidat Wolf

Rose freut sich über Traorés Comeback

Traoré (M.)

Mittendrin statt nur dabei: Gladbachs Ibrahima Traoré (M.). imago images

Trotz der Erfahrung von 117 Pflichtspielen für Borussia Mönchengladbach war es fast wie ein Sprung ins kalte Wasser, als Ibrahima Traoré gegen den VfL Wolfsburg beim Anpfiff auf dem Platz stand. Gerade einmal 30 Spielminuten hatte er bis zum Dienstagabend in dieser Saison gesammelt, verteilt auf vier Kurzeinsätze, keiner davon länger als neun Minuten. Auch deshalb kam es einer Überraschung gleich, dass Marco Rose gegen die Wölfe zum Start auf den Flügelflitzer setzte. Doch Traoré rechtfertigte das Vertrauen mit einer engagierten Leistung und rundete seinen Auftritt mit der Vorbereitung des dritten Treffers durch Lars Stindl ab. "Ibo hatte keine einfache Zeit in dieser Saison. Er hat sich in dieser Phase, in der er kaum gespielt hat, aber stets professionell verhalten und gut trainiert. Jetzt war Ibo dran - und er hat geliefert. Das verdient großen Respekt und freut mich sehr für ihn", sagte Rose nach dem Schlusspfiff.

Vertrag läuft bis Sommer 2021

Im Sommer gab es zwischen Trainer und Traoré ein Gespräch, in dem auch thematisiert wurde, dass es für den Dribbelkünstler schwer werden könnte, sich einen Platz in der Elf zu ergattern. Im Raum stand deshalb ein Vereinswechsel. Doch Traoré blieb in Gladbach, hat sich trotz der Reservistenrolle nie hängen lassen - und "war immer auch sehr integrativ unterwegs", hob Rose hervor. Nicht auszuschließen ist trotzdem, dass sich beide Seiten nach dieser Saison erneut an einen Tisch setzen werden und die Situation dann vielleicht neu bewerten. Traorés Vertrag läuft bis Sommer 2021. Und leichter wird es für den 32-Jährigen mit Sicherheit nicht, in Zukunft häufiger zum Einsatz zu kommen.

Starkes Interesse an Leipzigs Wolf

Nach Verstärkungen für den Offensivbereich schauen sich die Borussen bereits um. Besonders in den Fokus gerückt ist dabei Hannes Wolf von RB Leipzig. Rose und Wolf kennen sich aus der gemeinsamen Zeit bei RB Salzburg, von wo aus der Offensiv-Allrounder im vergangenen Sommer nach Sachsen wechselte. Die Borussen zeigen starkes Interesse an dem 21-Jährigen, der wegen eines Knöchelbruchs zu Saisonbeginn lange ausgefallen war und in Leipzig bisher nur auf fünf Liga-Einsätze kam.

Der Haken bei dem möglichen Deal: Nach kicker-Informationen ist für Leipzig ein Leihgeschäft, das die Borussia wirtschaftlich am ehesten stemmen könnte, nicht die Wunschlösung. Und ein Wechsel unter dem Kaufpreis kommt für RB wohl nicht infrage. Leipzig hatte im Sommer 12 Millionen Euro für Wolf (Vertrag bis 2024) bezahlt. Eine Summe in dieser Größenordnung dürften die Fohlen - wenn überhaupt - nur bei einer Champions-League-Teilnahme stemmen können. Auch unter diesem Aspekt waren die drei Punkte gegen Wolfsburg extrem wichtig.

Jan Lustig