2. Bundesliga

Club-Sieggarant Hack: Mit Spaß und Bock zum Kantersieg

Keller warnt trotz des Befreiungsschlags

Club-Sieggarant Hack: Mit Spaß und Bock zum Kantersieg

Robin Hack (2. v. r.)

Die Befreiung: Robin Hack schreit seine Freude über einen seiner drei Treffer gegen Wiesbaden hinaus. imago images

Eine "Erlösung" bezeichnete Coach Jens Keller den Dreier beim Aufsteiger, der den Club bei Kellers Heimpremiere in der Hinrunde noch mit einem 2:0-Auswärtscoup erstmals auf den Relegationsplatz hatte abstürzen lassen. Die Revanche gelang eindrucksvoll - mit einer kräftigen Personalrotation und fünf Neuen in der Startelf - und vor allem mit einem spielfreudigen wie treffsicheren Robin Hack. "Wir haben viel Scheiße fressen müssen diese Saison - und irgendwann reicht's dann auch mal", kommentierte der U-21-Nationalspieler die Trendwende. "Wir haben versucht, uns den Druck etwas zu nehmen, locker aufs Spielfeld zu gehen, Spaß zu haben", schilderte Hack. "Das hatte gefehlt in den letzten Wochen. Heute hat man gesehen, dass wir Spaß hatten und Bock zu zocken."

Mathenia ohne Fehl und Tadel

Mit einem frühen Tor (7.) ebnete der Angreifer den Weg zum Kantersieg, wobei - und auch das muss ob des scheinbar souveränen Erfolgs konstatiert werden - die Abwehr der Franken bis zum 2:0 durch Asger Sörensen (38.) mehr als einmal bedenklich wackelte. Der Club war im Glück, dass der SVWW einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte. Eine vergebene Topchance (Gökhan Gül, 16.) sowie Glanztaten von Christian Mathenia gegen Stefan Aigner (8.) und Jeremias Lorch (33.) bewahrten den FCN vor dem in dieser Phase mehr als verdienten Ausgleich. Und die schwache Defensive der Rehm-Schützlinge ermöglichte, dass es nach Hacks zweitem Treffer (41.) zur Pause 3:0 für die Nürnberger hieß.

Es bleibt festzuhalten: Der Club zeigte mit einer Leistungssteigerung gegenüber den letzten Partien brach liegendes Potenzial, hatte aber auch entsprechendes Spielglück. Die Einschätzung von Keller, seine Schützlinge hätten "komplett funktioniert", kann man nur für den zweiten Durchgang, in dem Sörensen und Hack erneut trafen und Zrelak sich über ein Jokertor freuen durfte, so stehen lassen. Denn dass ein stärkerer Gegner Schwächephasen wie vor der Pause besser auszunutzen versteht, darf auch nicht unerwähnt bleiben.

Es ist überhaupt noch nichts passiert. Wir haben noch zwei ganz schwere Spiele vor der Brust.

Jens Keller

Die direkte Absturzgefahr in die 3. Liga scheint mit nun 36 Punkten nach dem "ganz, ganz wichtigen Sieg" (Keller) mit fünf Zählern Vorsprung auf den 17. Wiesbaden gebannt. Wie viel der Sieg letztlich tatsächlich wert war, wird erst nach dem heutigen Gastspiel von Karlsruhe (33) in Regensburg so richtig feststehen. Und selbst im Falle einer Niederlage der Badener braucht der FCN wohl noch Punkte. "Es ist überhaupt noch nichts passiert. Wir haben noch zwei ganz schwere Spiele vor der Brust", warnte Keller eindringlich. Der 49-Jährige weiß nur zu gut, dass sein Team nach guten Vorstellungen immer wieder schnell ein ganz anderes Gesicht gezeigt hat. Die Chance, an die Leistung von Wiesbaden anzuknüpfen, besteht am Sonntag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) gegen den Aufstiegsanwärter VfB Stuttgart, ehe am letzten Spieltag das Gastspiel in Kiel wartet.

jch