Bundesliga

"Der Junge kann schwimmen!" Aber lässt Peter Bosz Florian Wirtz ins Wasser?

Leverkusens Trainer fordert gegen Köln Wiedergutmachung

"Der Junge kann schwimmen!" Aber lässt Bosz Wirtz ins Wasser?

Florian Wirtz hat inzwischen schon fünfmal für Bayer 04 Leverkusen gespielt.

Mit 17 Jahren den Durchbruch geschafft: Florian Wirtz hat schon fünfmal für Bayer 04 Leverkusen gespielt. imago images

Beim FC geht man davon aus, dass er spielt. So erklärte zumindest Manager Horst Heldt am Wochenbeginn, dass er Florian Wirtz in der Leverkusener Anfangsformation erwarte, wenn Bayer 04 am Mittwoch (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker) die Kölner empfängt. Ein Einsatz des 17-Jährigen, der Ende Januar vom FC nach Leverkusen wechselte, birgt gleichsam Chance wie Risiko. Wirtz könnte die Partie jugendlich unbekümmert angehen, aber genauso gut auch überdrehen. Wie entscheidet sich Bosz also?

Perspektivisch betrachtet wäre Wirtzs Einsatz in jedem Fall förderlich, erklärt der Trainer: "Es wird ihm helfen, weil jede Erfahrung aus einem Spieler einen besseren Spieler macht." Ob diese positiv oder negativ ausfallen würde, ist nicht zu prognostizieren. Selbst wenn Bosz weiß, welche Wellenbewegungen für junge Spieler typisch sind. "Ins kalte Wasser geworfen zu werden, ist meistens einfach. Da hat ein Spieler noch keine Angst, er weiß noch nicht, was auf ihn zukommt. Nachher fängt man an zu denken. Da wird es meistens bei jungen Spielern auch ein bisschen schlechter. Und später, wenn er wieder hochkommt, muss er immer wieder besser werden."

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Bosz über Wirtz: "Der Junge kann schwimmen"

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Wenn man sieht, wie selbstbewusst Wirtz bei seinem Debüt in Bremen auftrat und wie er auch eine schwache Startphase nach seiner Einwechslung gegen Bayern München verpackte sowie mit einem klasse Treffer konterte, darf zumindest von einem fortgeschrittenen Reifegrad für einen 17-Jährigen ausgegangen werden.

Pfiffe gegen sich? "Das gehört dazu"

Dessen Qualitäten stehen für Bosz ohnehin außer Frage. "Wir haben Florian ins kalte Wasser geworfen. Und man hat gesehen: Der Junge kann schwimmen!", stellt er zufrieden fest. Dass das Derby ohne Fans stattfindet, dürfte die Gefahr reduzieren, dass "Freischwimmer" Wirtz zu viel Gas geben könnte. Auf Sicht muss der Offensivakteur aber gerade diese negativen Erfahrungen mit einer großen Kulisse machen. Bosz: "Er muss sich daran gewöhnen, dass er noch sehr oft von den gegnerischen Fans ausgepfiffen wird. Das gehört dazu. Dadurch wird er auch ein großer Junge."

Charles Aranguiz nimmt Mitspieler Florian Wirtz in den Arm.

Bestens integriert: Bayer-Talent Florian Wirtz (hier im Arm von Mitspieler Charles Aranguiz) genießt hohe Wertschätzung. imago images

Kevin Volland und Kai Havertz sind dies schon. Und einer der beiden dürfte im Derby als Mittelstürmer auflaufen, da Lucas Alario auf Schalke die 5. Gelbe Karte sah. "Kevin ist eine Möglichkeit. Doch wir haben dort in der Vergangenheit auch mit anderen Spielern gespielt, Kai zum Beispiel. Er füllt die Rolle natürlich anders aus. Aber das kann ich mir auch vorstellen", schließt Bosz den ersten Startelfeinsatz für den nach einem im Februar erlittenen Syndesmoseriss zuletzt dreimal eingewechselten Volland nicht aus.

"Es geht auch um Wiedergutmachung"

Unabhängig davon, welche Variante er im Sturmzentrum wählt, ist aus Boszs Sicht ein Sieg alternativlos. "Das Derby ist für unsere Fans sehr wichtig - und auch für uns. In der Hinrunde haben wir das schlecht gemacht. Ich bin kein Spieler, nur Trainer, aber auch bei mir kommt dann das Gefühl hoch, dass wir das besser machen müssen als beim letzten Mal. Das wird hoffentlich auch bei unseren Spielern so sein. Wir werden sie natürlich darauf ansprechen", erklärt der Trainer mit Blick auf die 0:2-Pleite in Müngersdorf im Dezember. "Es geht auch um Wiedergutmachung."

Nach zuletzt nur vier Punkten aus vier Partien ist die Ausgangslage klar. "Wir haben vor der Winterpause gesehen, dass so ein Derby nicht einfach ist", warnt der Trainer und fordert: "Wir müssen das Spiel unbedingt gewinnen, um Platz 4 in der eigenen Hand zu behalten." Ob er dafür "Freischwimmer" Wirtz ins raue Derby-Wasser lässt?

Stephan von Nocks

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