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Marcus Rashford sei Dank: Britische Regierung stellt 120 Millionen Pfund für arme Familien bereit

Schulkinder erhalten kostenfreie Mahlzeiten

Rashford sei Dank: Britische Regierung stellt 120 Millionen Pfund für arme Familien bereit

Marcus Rashford

Ärmel hochkrempeln und helfen: Marcus Rashford hat sich erfolgreich in die Politik seines Landes eingemischt. imago images

Wie ein Sprecher des britischen Premierminister Boris Johnson am Dienstag mitteilte, werde ein neues, 120 Millionen Pfund (umgerechnet 134,5 Millionen Euro) schweres Paket geschnürt, mit dem Mahlzeiten für die Kinder armer Familien bezahlt werden sollen. Nur Stunden vor einer geplanten Abstimmung im britischen Unterhaus vollzog Johnson somit eine Wende um 180 Grad - ebenjenen "U-Turn", den vor allem Rashford in den vergangenen Tagen offensiv eingefordert hatte.

Dass der englische Nationalspieler damit direkten Einfluss auf Johnson ausgeübt habe, bestätigte dessen Sprecher: "Der Premierminister schätzt Marcus Rashfords Beitrag zur Armutsdebatte und respektiert, dass dieser seine Reichweite als Profi-Sportler dafür einsetzt, um auf wichtige Dinge aufmerksam zu machen."

Das Finanzpaket bewirkt, dass Kinder armer Familien, die während der Schulzeit dort auf kostenfreie Mittagessen zurückgreifen können, in den Sommerferien mit Essensmarken in Supermärkten einkaufen gehen können. Ursprünglich hatte die britische Regierung beschlossen, das Programm auslaufen zu lassen, und diese Entscheidung mehrfach bekräftigt.

"Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll"

Rashford reagierte positiv überrascht auf die Entscheidung der Politik: "Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll", schrieb der Stürmer auf Twitter: "Schaut, was wir zusammen bewegen können." Der 22-Jährige, der als Kind einer alleinerziehenden Mutter aufwuchs und selbst Armut erlebte, hatte sich schon früh in der Corona-Krise finanziell engagiert und sich dafür eingesetzt, dass Kinder trotz der geschlossenen Schulen Essen bekommen.

Am vergangenen Freitag hatte Rashford via Twitter von Armut betroffene Familien dazu aufgerufen, ihm Videos zu schicken, in denen sie die persönlichen Auswirkungen des Programmstopps schildern. Er wolle so das genaue Ausmaß des Problems einschätzen können.


Am Montag ließ er dann einen offenen Brief an die Abgeordneten des Parlaments folgen und veröffentlichte diesen auf seiner Facebook- und seiner Instagram-Seite. Sollte den Kindern eine Möglichkeit auf eine vernünftige Mahlzeit pro Tag genommen werden, so Rashford, habe dies verheerende Auswirkungen in der Zukunft.

Rashford erhielt für sein Engagement Zuspruch aus vielen Teilen der Fußball-Welt. "Nichts als Bewunderung dafür, was Marcus Rashford mit seiner Plattform zu erreichen versucht", twitterte etwa die AS Rom und zollte dem Engländer Respekt.

pab