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Lazios Lust und Fans? Fragen und Antworten zum Re-Start der Serie A

Wissenswertes zur Rückkehr der Serie A

Lazios Lust, die Rückkehr der Fans? Fragen und Antworten zum Re-Start in Italien

Joaquin Correa (links) und Ciro Immobile hoffen auf die italienische Meisterschaft mit Lazio Rom.

Das große Ziel vor Augen: Joaquin Correa (links) und Ciro Immobile hoffen auf die italienische Meisterschaft mit Lazio. imago images

Schnelle Entscheidungen stehen bei Italiens Re-Start nicht an, schließlich stehen noch stolze zwölf Spieltage an - und Nachholpartien. Mit diesen geht es an diesem Samstag (Torino vs. Parma, Hellas vs. Cagliari) und Sonntag (Atalanta vs. Sassuolo, Inter vs. Sampdoria) auch los, ehe ab Montag (22. Juni) dann offiziell der 27. Spieltag mitsamt dem Rest der Spielzeit anrollt. Bis Anfang August soll die Saison dann laut Verband fertig und alle Entscheidungen gefallen sein.

Was ist bisher passiert?

Hätte es die Coronavirus-Pandemie nicht gegeben, würde man in Rom vielleicht schon seit Wochen schier endlos viele strahlende Gesichter in himmelblauen Trikots sehen. Denn Lazio Rom ist bis zur unfreiwilligen Pause ohne Zweifel die Mannschaft der Stunde in der Serie A gewesen. Das Team von Trainer Simone Inzaghi ist nämlich seit 21 (!) Ligaspielen unbesiegt. Am 25. September 2019, also vor fast neun Monaten ist das Team letztmals in der Serie A als Verlierer vom Feld gegangen (0:1 bei Inter Mailand am 5. Spieltag). Seither folgten tatsächlich ganze 17 Dreier bei nur vier Remis - inklusive eines 3:1 gegen Juventus, eines 1:0 gegen Neapel oder eines 2:1 gegen Inter.

Keine Frage: Lazio Rom ist ein ernsthafter Meisterschaftskandidat, der neben der besten Abwehr Italiens (nur 23 Gegentore) auch Torgaranten im Sturm hat. Allen voran natürlich der Ex-Dortmunder Ciro Immobile. Der 30-Jährige spielt die beste Saison seiner Laufbahn, steht nach 26 Einsätzen bei ganzen 27 Treffern und führt die Schützenliste damit klar vor dem zuletzt von Seiten der italienischen Medien kritisierten Cristiano Ronaldo (21 Tore in 22 Partien) an.

Trotzdem führt in der Tabelle noch immer der zuletzt achtmal in Folge zum Meister gekrönte Rekordmeister Juventus mit einem Punkt Vorsprung. Rom will die Turiner aber herausfordern, um endlich nach 1973/74 und 1999/2000 den dritten Scudetto der Vereinsgeschichte zu gewinnen. "Uns steht ein Ende der Meisterschaft bevor, in der wir Geschichte schreiben können. Wir haben einen Traum, für den wir hart gearbeitet haben - und wir werden bis zur letzten Sekunde um den Titel kämpfen", sagt Lazios Sportdirektor Igli Tare.

Ansonsten liegt in der Tabelle vieles eng beieinander: Das viertplatzierte Atalanta Bergamo (48 Punkte) streitet sich zusammen mit der AS Rom (45), Neapel (39), Milan (36), Hellas (35), Parma (35) und Bologna (34) um die Champions-League- bzw. Europa-League-Tickets. Und im Keller befindet sich alles ab Florenz (Platz 13, 30 Punkte) um den ehemaligen Münchner Franck Ribery im Abstiegskampf.

Was ist neu beim Re-Start?

In Sachen Hygiene- und Sicherheitskonzept orientiert sich die Serie A wie viele andere Ligen oder Sportarten an Vorreiter Deutschland. Laut des vom Fußballverband FIGC beschlossenen Hygiene- und Sicherheitskonzepts haben wie in Deutschland nur rund 300 Personen Zutritt zum Stadion - unterteilt in drei Zonen. Die Spieler jedes Teams werden zudem regelmäßig Tests unterzogen und mit zwei Bussen in die Stadien gefahren - so geschehen und gesehen bei den bereits absolvierten Halbfinals in der Coppa Italia. Außerdem sind wie in der Bundesliga während der 90 Minuten fünf Wechsel erlaubt.

Wird der Fußball auf dem Stiefel angenommen?

Gianluigi Buffon blickt dem Re-Start in Italiens Serie A entgegen.

Findet, dass der Fußball zur DNS des Landes gehört: Juve-Torwart Gianluigi Buffon. imago images

Wie sehr Italiens Bevölkerung nach der Rückkehr der Serie A lechzt, haben ebenfalls bereits die beiden Rückspiele im Pokal-Halbfinale und vor allem die Bilder aus Neapel nach dem Coppa-Triumph am Mittwoch (4:2 im Elfmeterschießen gegen Juventus) gezeigt. Das hart von der Corona-Krise getroffene Land sucht nach Stimmungsaufhellern, wie auch schon Juve-Keeper Gianluigi Buffon gesagt hat: "Die Rückkehr des Fußballs ist immens wichtig. Das ist ein wichtiger Schritt für das gesamte Land - schließlich hat der Fußball schon immer die Stimmung im Land mitbestimmt." Nach 95 Tagen Unterbrechung hat zuletzt die Partie Juve vs. Milan (0:0) die TV-Zuschauerquote von 34 Prozent verbucht. Auch das zweite Duell einen Tag später, Napoli vs. Inter (1:1), illustriert den Hunger der Tifosi - es hat eine Quote von über 32 Prozent erreicht. Im Vorjahr sind es 18 bzw. 22 Prozent gewesen.

Zu alledem passt auch ein Zitat von Inter-Routinier Antonio Candreva (33), der zuletzt gesagt hat: "Wir sind fast da ... der grüne Teppich, die Teamkameraden, die Emotionen, die der Sport uns gibt. Wir hoffen sehr, dass wir für Erleichterung im Land sorgen und den Fans ein Lächeln aufs Gesicht zaubern nach dieser Phase voller Leid und Schwierigkeiten im Land."

Wie wird bei einem positiven Coronavirus-Test verfahren?

Auch hier orientiert sich die Serie A, genauer gesagt der italiensiche Verband FIGC (Federazione Italiana Giuoco Calcio), an Deutschlands DFL-Konzept. Sollte es in den kommenden Wochen zu einem positiven Test in der Serie A kommen, muss sich lediglich der Betroffene in Quarantäne begeben - und nicht, wie zunächst vorgesehen, der gesamte Kader plus letzter Gegner für zehn bis 14 Tage.

Das in einem solchen Fall betroffene Team müsste sich zwar in die Isolation in Form eines Trainingslagers begeben, dürfte aber weiterhin normal zusammen trainieren und nach schnell abfolgenden Tests regulär am Spielbetrieb teilnehmen. Damit sollte auch die reguläre Austragung des Restprogramms in der Meisterschaft bis zum 2. August gesichert sein.

Kehren die Fans in die Stadien zurück?

Weil bislang alles dem Vernehmen nach reibungslos verläuft, frohlockt indes sogar FIGC-Präsident Gabriele Gravina: "Die ersten Tests in den Pokalspielen liefen reibungslos und räumten jeden Zweifel am Wiederbeginn der Ligen aus. Nun fehlen nur noch die Fans - und ich hoffe, dass wir Anfang, Mitte Juli vor einer reduzierten Zuschauerzahl spielen können." Gravina weiter: "Dies würde bedeuten, dass Italien die letzten Vorsichtsmaßnahmen abgeschafft hat und dass wir diese besonders dunkle Zeit überwunden haben."

Wie sieht es eigentlich mit Transfers aus?

Wie die italienische Liga inzwischen offiziell bestätigt hat, wird das Sommertransferfenster der Serie A in diesem Jahr am 1. September geöffnet und läuft ab diesem Tag durch bis zum 5. Oktober. Das Fenster für Wechsel startet damit zwei Monate später als geplant, teilte der Verband FIGC mit. Im Winter kann vom 4. Januar bis zum 1. Februar 2021 gewechselt werden.

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