Bundesliga

DFB contra BVB: Guerreiro-Tor "vollkommen regelkonform" aberkannt

Verband erklärt drei Hand-Entscheidungen

DFB contra Zorc und Favre: "Vollkommen regelkonform"

Folgenschwere Berührung: Raphael Guerreiro (r.) springt der Ball in Düsseldorf an den Oberarm.

Folgenschwere Berührung: Raphael Guerreiro (r.) springt der Ball in Düsseldorf an den Oberarm. imago images

Am Ende war es für Borussia Dortmund ja noch einmal gut gegangen: Erling Haaland traf am Samstag im letzten Moment zum 1:0-Sieg in Düsseldorf. Trotzdem regten sich die Verantwortlichen hinterher mächtig auf - weil Videoassistent Deniz Aytekin das vermeintliche und bereits ausgiebig gefeierte Tor von Raphael Guerreiro rund eine halbe Stunde zuvor zurückgenommen hatte.

Guerreiro hatte den Ball in der Entstehung mit dem Oberarm berührt. BVB-Sportdirektor Michael Zorc fühlte sich einmal mehr von einer Handspiel-Entscheidung benachteiligt ("In der Summe nicht mehr nachvollziehbar"), für Trainer Lucien Favre lag gar ein "klares Tor" vor, das man "nicht annullieren" könne.

Die Schiedsrichter "haben keinen Spielraum mehr"

Dem widersprach nun der DFB, ohne auf die Kritik der Dortmunder Macher explizit einzugehen: Seit der Regeländerung 2019 habe der Schiedsrichter in solchen Fällen "keinen Spielraum mehr". Egal ob absichtlich oder nicht: Berührt ein Spieler oder Mitspieler unmittelbar vor einer Torchance oder einem Tor den Ball mit der Hand, muss der Referee eingreifen.

Deswegen gilt laut DFB für Guerreiro ebenso wie für den zurückgenommenen Hoffenheimer Elfmeter gegen Leipzig (0:2) und Daniel Ginczeks annulliertes Tor beim Wolfsburger 2:2 gegen Freiburg: "In allen drei Fällen entschieden die Schiedsrichter vollkommen regelkonform auf Freistoß für die gegnerische Mannschaft."

In der neuen Saison hätte Guerreiros Tor womöglich gezählt

Zur neuen Saison passen die Regelhüter diese Handspiel-Regelung noch einmal leicht an (Hier finden Sie die wichtigsten Regeländerungen 2020/21). Dann müssen tatsächlich "umgehend" auf ein solches Handspiel Tor oder Torchance folgen, damit es strafbar ist. Außerdem verläuft dann die Grenze zwischen Arm (strafbar) und Schulter (nicht strafbar) künftig auf Höhe der Achselhöhle (bei angelegtem Arm). Der Treffer von Guerreiro, den der Ball nahe der Schulter traf, hätte damit wohl gezählt.

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jpe

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