Bundesliga

Leipziger 100-Millionen-Deal - Axel Hellmann: "Gute-Nacht-Geschichte"

Diskussionen um Leipziger 100-Millionen-Deal

Hellmann über RB-Modell: "Gute-Nacht-Geschichte"

Axel Hellmann

Axel Hellmann, Vorstandsmitglied von Eintracht Frankfurt imago images

Die erst vor wenigen Tagen nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger publik gewordene Umwandlung eines Darlehens in Höhe von 100 Millionen Euro in eine Kapitalrücklage von RB Leipzig hat für lebhafte Diskussionen bei vielen Bundesligaklubs gesorgt. Die große Mehrzahl der Klubs will sich jedoch nicht öffentlich zu dieser bilanztechnischen Maßnahme in der Öffentlichkeit äußern.

Axel Hellmann (48) bezieht auf kicker-Anfrage Position. Das Vorstandsmitglied von Eintracht Frankfurt, zwischen 2012 und 2016 Finanzchef des Vereins als Wirtschaftsanwalt (bei White & Case) im Bereich strukturierte Finanzierungen, gilt auch in diesem Thema als Experte. Den Leipziger Deal bewertet Hellmann folgend so:

"Die Kapitalmaßnahme von RB Leipzig aus dem April 2019 ist entsprechend den Veröffentlichungen im Bundesanzeiger rechtlich nicht zu beanstanden, sofern sie mit den Verbandsregeln, also insbesondere der 50+1-Regel, in Einklang steht. Das hier gewählte Finanzinstrument des Debt Equity Swap offenbart jedoch drei Dinge:

1. Das Geschäftsmodell von RB Leipzig ist hochdefizitär und der sportliche Erfolg 'auf Pump' errichtet.

2. Mit der Umwandlung in Eigenkapital wird nicht nur die Bilanz 'optimiert', um gesetzliche oder verbandsrechtliche Anforderungen zu erfüllen, sondern Ziel ist es offensichtlich für die Zukunft 'Platz zu schaffen' für weiteres Fremdkapital, um die eigene sportliche Wettbewerbsposition national und international auszubauen.

3. Die gerne erzählte Geschichte, es handele sich bei den Zuwendungen des RB-Konzerns um eine Investition in ein sich tragendes Geschäftsmodell darf - Stand jetzt - als Gute-Nacht-Geschichte bezeichnet werden. Insofern unterscheidet sich das RB-Modell nicht von den bei anderen europäischen Klubs engagierten Staatsfonds. Die Bewertung all dessen für den Wettbewerbskosmos Bundesliga bleibt jedem selbst überlassen."

Rainer Franzke

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