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Interview mit BLAST Premier - so entsteht ein eSports-Turnier

Ein Insider-Blick auf BLAST

Interview mit BLAST Premier - so entsteht ein eSports-Turnier

Wir haben uns für ein Interview mit Nicolas Estrup von BLAST Premier getroffen. BLAST Premier

BLAST Premier ist eines der wichtigsten CS:GO-Turniere mit einem Preispool von sage und schreibe $1.500.000 für die teilnehmenden Teams und $1.000.000 für das Gewinnerteam. Die talentierten Mitarbeiter von BLAST haben die CS:GO-Turnierszene mit einem sehr innovativen Ansatz neu gestaltet und setzen das mit ihrem neuen BLAST Bounty Hunt Format auch in der Dota 2-Szene fort.

Wir haben uns mit Nicolas Estrup, Director of Product & Experience, zusammengesetzt, um uns im Detail mit den Hauptmerkmalen dieser innovativen und erfrischenden Turniere vertraut zu machen.

Die einfachsten Fragen liefern oft die besten Antworten: Was ist BLAST Premier?

BLAST Premier ist die Kombination aus allem, was vorher die BLAST Pro Series war, die unser erstes Turnierformat war. Damals befanden wir uns in einer völlig anderen Firmenstruktur, in der sich auch Pro-Teams befanden: Astralis und andere.

Seitdem haben sich unsere Wege als zwei verschiedene Unternehmen getrennt und wir haben nun unsere gesamte Turnierstruktur für 2020 neugestaltet. Es heißt jetzt natürlich BLAST Premier. Es ist hoffentlich eine hochkarätige Turnierserie mit soliden Online-Optionen, die einem das Beste von Counter Strike bietet - oder auch Dota 2.

Die Leute wissen vielleicht noch nicht, was dieses Format ist. Können Sie uns einen kurzen Überblick geben?

Im Wesentlichen haben wir das Jahr genommen und es in zwei Hälften geteilt. Jedes Halbjahr hat dasselbe Format: Es beginnt mit einem dreiwöchigen Studio-Event, der Spring Series. Hier nehmen nur Gruppen mit Partnerteams teil, welche alle gegeneinander antreten und auf der Grundlage ihrer Leistung werden die besten dieser Teams in das Spring Final einziehen, das bald stattfindet. Die Teams mit der schlechtesten Leistung werden in den Spring Showdown zurückfallen, wo all die anderen aufstrebenden Nichtmitgliederteams warten. Die Sieger aus diesem Showdown werden auch in das Spring Final einziehen. Dann schließt sich der Kreis für dieses Halbjahr: Wir krönen einen Spring Champion und dann wiederholt sich das Ganze in der zweiten Jahreshälfte, wo es die Fall Series, den Fall Showdown und die Fall Finals gibt. Dann, im im Januar, haben wir das Global Final. Das ist ein Kampf der Besten.

Mannschaften sammeln in anderen Turnieren Punkte, um in das Global Final zu gelangen. Für CS:GO gibt es auch die ESL und Flashpoint, in denen sie BLAST-Punkte sammeln können. Ist das Zusammenarbeit zwischen Konkurrenten?

Das bedeutet, dass wir einen Wert auf andere Produkte als unser eigenes legen. Es macht einfach Sinn, Wert auf die Teilnahme an anderen Events zu legen. Das ist es, was wir tun. Wir haben immer einen guten und offenen Dialog unter den verschiedenen Turnierorganisatoren geführt. Wir reden viel miteinander und versuchen, das Jahr für alle angenehm zu gestalten - wie bei zwei konkurrierenden Brüdern [lacht].

Was macht BLAST Premier, was die anderen nicht machen?

Ich denke, wir befinden uns auf einer Art Reise, auf der wir versuchen herauszufinden, wie wir den Konsum erleichtern können, ohne die Hardcore-Fans zu verlieren. Denn das sind letztlich diejenigen, die ein Ticket kaufen oder einen Freund mitbringen, der Counter Strike noch nie gesehen hat und der dann hoffentlich hinterher zum Fan wird. Ein "Fan-First"-Ansatz mit einem Fokus darauf, die Lernkurve zu senken und so mehr Zuschauer zu gewinnen.

Sie bieten auch eine "Fan-Cam", die dem Publikum ein Arena-Feeling vermittelt. Können Sie das näher erläutern?

Wir können eine Arena mit Counter-Strike-Spielern füllen und einige Matches abhalten, aber wenn es kein Publikum gibt, das komplett ausrastet, wozu tun wir dann all das? Das ist im Online-Format nicht anders: Wir wussten, dass wir diese virtuellen Mauern einreißen und das Gefühl vermitteln wollten, dass wir zusammen. Die Fan-Cam macht das möglich. Wir hatten 350 brasilianische Fans in einem Zoom-Anruf, die durchdrehten. Wir brachten deren Reaktionen in die Übertragung ein, genau wie man es in einer Arena tun würden und darauf bin ich besonders stolz.

Kann man sagen, dass dies in Zeiten von COVID-19 und angesichts der Tatsache, dass Turniere immer häufiger online gehen, ein neuer Standard sein könnte?

Das erste, woran wir dachten, als alles funktionierte, war: 'Verdammt, stellt euch vor, wie das auf einer großen Leinwand in einer Arena aussehen würde.' Plötzlich können wir die Menschen von zu Hause - die nicht um die Welt fliegen können - zu unseren Veranstaltungen bringen. Das haben wir definitiv im Hinterkopf.

Wir bedanken uns für das Interview und wünschen Nicolas Estrup und dem ganzen Team von BLAST alles gut. Aktuell wird übrigens die BLAST Dota 2 Bounty Hunt ausgetragen.
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Tabea Schulz