Bundesliga

Dedryck Boyata: "Bruno Labbadia erinnert mich an Roberto Mancini"

Der Belgier als Konstante in Herthas Abwehr

Boyata: "Labbadia erinnert mich an Mancini"

Dedryck Boyata

Dedryck Boyata ist auch unter Bruno Labbadia eine feste Größe bei Hertha BSC. Getty Images

Elf geschossene Tore, drei Gegentore - "das Verhältnis passt", sagt der seit Ostermontag als Hertha-Trainer amtierende Bruno Labbadia nach fünf Spielen unter seiner Regie. Auch wenn zuletzt in Dortmund (0:1) der Ballbesitz-Vortrag Mängel hatte - die defensive Organisation stimmte gegen diesen großkalibrigen Kontrahenten erneut. Nach Monaten, in denen Hertha entweder bedenklich porös verteidigte oder offensiv die Harmlosigkeit eines Kloster-Chores verströmte (oder beides), hat sich das Team unter dem vierten Coach der laufenden Saison gefangen. Für Dedryck Boyata ist das das Ergebnis harter Arbeit und eines klaren Plans, den der neue Trainer verfolgt. "Er hat vom ersten Tag an gezeigt, welchen Fußball er spielen will und was er von uns verlangt", lobt Boyata. "Er legt viel Wert auf Taktik und Fitness. Das ist nicht leicht, er ist streng, es gibt viele Anforderungen. Aber ich wünschte, wir hätten die ganze Saison so hart gearbeitet."

Bruno Labbadia erinnert mich an Roberto Mancini, vor allem wegen der Übungen und der Arbeitsweise.

Dedryck Boyata

Der Belgier mit kongolesischen Wurzeln, den es 2007 mit 16 Jahren vom FC Brüssel in die Akademie von Manchester City zog, vergleicht Labbadia mit seinem einstigen ManCity-Coach: "Bruno Labbadia erinnert mich an Roberto Mancini, vor allem wegen der Übungen und der Arbeitsweise. Er hat sehr viel Fußball-Wissen und viel Erfahrung. Das merkt man ihm an." Bei ManCity schaute er sich viel von Abwehrkollegen wie Vincent Kompany und Kolo Touré ab, Vorbilder waren für ihn als Kind Lucio und später Thiago Silva und Thomas Vermaelen. ManCity lieh ihn 2011 für eine Saison an die Bolton Wanderers und 2012 für ein halbes Jahr an Twente Enschede aus. 2015 wechselte Boyata zu Celtic Glasgow - und wurde in vier Jahren in Schottland viermal Meister und dreimal Pokalsieger.

Boyata - der beständigste Hertha-Innenverteidiger

Der WM-Fahrer von 2018 war auch in den turbulenten ersten neun Saisonmonaten von Herthas vier Innenverteidigern noch der Beständigste, obwohl er wegen der Nachwirkungen eines Muskelbündelrisses im Oberschenkel Teile der Saisonvorbereitung verpasst hatte. Unter Labbadia hat er - wie das ganze Team - zu noch mehr Sicherheit gefunden. Manager Michael Preetz lobte Boyata zuletzt im kicker: "Ihn bringt nichts aus der Ruhe."

Er ist jemand, der ein Wettkampf-Typ ist. Sobald es um Spiele geht, ist er nochmal eine Nummer stärker.

Bruno Labbadia über Dedryck Boyata

Schon 2018 war sich Hertha mit Boyata einig, seinerzeit verhinderte dessen Klub Celtic Glasgow einen Transfer. Im Jahr darauf, 2019, ging der Wechsel dann ablösefrei über die Bühne. Unter Labbadia ist der bei Standards brandgefährliche Neuzugang (schon vier Saisontore) gesetzt. "Dedryck hat - seit wir da sind - alle Trainingseinheiten mitgemacht. Wenn er die Körperlichkeit hat, hat er eine Top-Anlage", lobt Labbadia. "Er ist jemand, der ein Wettkampf-Typ ist. Sobald es um Spiele geht, ist er nochmal eine Nummer stärker."

Noch Luft nach oben bei Boyata

Auch bei einem Routinier wie dem Belgier sieht Labbadia indes "definitiv noch Reserven". Er wünscht sich, dass der schlaksige Abwehrspieler seine Mitspieler noch lauter coacht. "Auch bei solchen Spielern ist es gut, wenn sie nochmal eine Entwicklung nach oben machen", erklärt Labbadia. "Aber in erster Linie bin ich zufrieden, dass er bisher so gespielt hat." Boyata kennt den Anspruch des Trainers. "Ich versuche jeden Tag, viel zu sprechen", sagt er. Sein Deutsch wird immer besser - das muss es auch: "Unter dem neuen Coach sind alle Anweisungen auf Deutsch." Und offenbar ausgesprochen detailliert - auch in der Herangehensweise an den jeweiligen Gegner. "Wir sind als Team jetzt besser auf ein Spiel vorbereitet", sagt Boyata. "Vorher dachten wir nur, wir seien gut vorbereitet."

Steffen Rohr

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