2. Bundesliga

Das "Drecksspiel" geht an Dresden: "Entscheidend ist, dass du wieder aufstehst"

Dynamo sendet großes Lebenszeichen aus dem Keller der 2. Liga

Das "Drecksspiel" geht an Dresden: "Entscheidend ist, dass du wieder aufstehst"

Simon Makienok hat den 3:2-Siegtreffer für Dynamo Dresden markiert.

Jubelschrei: Dynamo-Trainer Markus Kauczinski brüllt Siegtorschütze Simon Makienok nach dem 3:2 vor Freude an. imago images

Ein turbulentes Spiel entwickelte sich da an diesem Samstag in Wiesbaden, wo der SVWW Zweitliga-Schlusslicht Dynano Dresden zum Tanz der Abstiegskandidaten bat. Die Geschichte im Zeitraffer: Die SGD ging durch ein Eigentor von Dominik Franke in Führung (9.), ehe die Gastgeber das Spiel innerhalb von nur 115 Sekunden durch Daniel-Kofi Kyereh (24.) sowie Moritz Kuhn (25.) drehten und obendrein gleich mehrfach das 3:1 hätten erzielen können. So aber stach Patrick Schmidt (44.) noch vor der Pause mit dem wichtigen 2:2-Ausgleich der Dresdner. Und damit nicht genug: Dynamo konnte am Ende dank Simon Makienok (89.) sogar über den ersten Dreier seit Re-Start jubeln.

Doch nicht nur das: Während Wehen Wiesbaden dadurch bereits die vierte Niederlage in Serie schlucken musste, schoben sich die Sachsen mit dem ersten Sieg seit dem 8. März (2:1 über Aue) bis auf einen Punkt an den 17. heran - bei noch zwei ausstehenden Nachholspielen. Klar, dass die Freude im Anschluss riesig war - zumal auch der Klassenerhalt wieder in greifbarer Nähe liegt (vor allem wenn der KSC nicht in Aue am Sonntag ab 13.30 Uhr gewinnt).

Trainersteckbrief Kauczinski
Kauczinski

Kauczinski Markus

Spielersteckbrief Pat. Schmidt
Pat. Schmidt

Schmidt Patrick

Spielersteckbrief Makienok
Makienok

Makienok Simon

"Wir haben alles reingehauen"

"Wir haben dieses Spiel auf die Art und Weise gewonnen, wie man so ein - sorry für die Wortwahl - "Drecksspiel" auch gewinnen muss", meinte ein überglücklicher SGD-Stürmer Schmidt, der mit seinem überragenden Kopfball zum 2:2 zunächst den Rückstand wettgemacht und in der Nachspielzeit noch die Gelb-Rote Karte gesehen hatte, nach diesem nervenaufreibenden Spiel. "Wir haben alles reingehauen und uns im zweiten Durchgang immer wieder gesagt, dass wir noch eine Chance bekommen werden. Und so kam es dann am Ende auch. Weltklasse, wie Simon das als "Baumstamm" da vorne gemacht hat."

... dann haben wir den Lucky Punch gemacht und damit gezeigt, dass wir noch leben.

Markus Kauczinski, Trainer von Dynamo Dresden

SGD-Coach Markus Kauczinski zeigte sich nach dem erst siebten Dreier in dieser schwierigen Saison ebenfalls höchst erleichtert - und besonders stolz auf sein Team, gerade nach den beiden Niederlagen zum Re-Start gegen Stuttgart und in Hannover: "Entscheidend ist, dass du wieder aufstehst." Dass diese 90 Minuten aber auch ordentlich Nerven gekostet hatten, verhehlte der 50-Jährige auch nicht: "Das war ein schönes Auf und Ab. Wir sind gut gestartet, waren gut im Spiel - dann verlieren wir völlig den Faden. Die zweite Halbzeit war dann im Großen und Ganzen ausgeglichen - und dann haben wir den Lucky Punch gemacht und damit gezeigt, dass wir noch leben."

Der Rest der Liga habe nun gesehen, dass sich Dresden noch lange nicht aufgegeben hat. Kauczinski: "Wir haben gesehen, wie es geht. Jedes Spiel hilft uns weiter - und wir werden fitter. Und wir haben auch noch zwei Spiele, um nachzulegen (das nächste am Dienstag ab 19.30 Uhr gegen Fürth; Anm.d.Red.). Deshalb glaube ich, dass uns das unheimlich Aufwind gibt. Wir haben gezeigt, dass wir wirklich zusammenhalten und dass wir darum kämpfen."

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